Aachen - Erst nach 351 Schüssen steht der neue König fest

Erst nach 351 Schüssen steht der neue König fest

Von: Peter Langohr
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Aachen. Der Vogel wollte und wollte einfach nicht fallen. Und schossen die Karlsschützen am Sonntag bis zum Anbruch der Dunkelheit, ehe Franz-Josef Rossbroich der neue König der „Karlsschützengilde vor 1198 Aachen” feststand.

Bereits am Vormittag hatten sich die Karlsschützen auf den Weg gemacht, um ihren noch amtierenden Schützenkönig Udo Rademacher abzuholen. Von dessen Haus in Haaren zog man mit klingendem Spiel - dafür ist bei den Karlsschützen die Musikvereinigung Roetgen zuständig - durch die Straßen des Ortes bis zur Gaststätte „Zum Sängerheim” zum Frühschoppen.

Entsprechend gestärkt ging es dann zum Schießstand der Karlsschützen auf dem Foerbrich in Eilendorf, wo Präsident Karl-Heinz von Eisern viele Gäste begrüßen konnte, unter ihnen den Präsidenten des Rheinischen Schützenbundes Harry Hachenberg.

Die Hauptattraktionen des Nachmittags waren das Prinzen- und das Königsvogelschießen auf der Hochstandanlage. Gleichzeitig wurde auf den Schießbahnen der Gilde der Scheiben- und der Ehrenkönig ausgeschossen. Den ersten Wettbewerb konnte Bastian Puls für sich entscheiden, der mit einem Ergebnis von 10,1 glänzte. Beim Ehrenkönigsschießen, an dem alle nicht mehr amtierenden Könige der Gilde teilnehmen dürfen, hatte in diesem Jahr Ottmar Kopeinig mit einem Ergebnis von 9,5 das bessere Ende für sich.

Mit dem eingespannten Luftgewehr ermittelten die jungen Karlsschützen über eine Distanz von zehn Metern ihren Prinzen. Bereits beim 58. Schuss fiel der Holzvogel und machte den 15-jährigen Christian Schmal, Schüler der Gesamtschule Brand, zum glücklichen Prinzen, der seinem Bruder Tobias als Nachschützen das Nachsehen gab. Fast wäre es Kilian Jung als Vorschützen gelungen, seinen Prinzentitel aus dem Vorjahr zu verteidigen.

Wesentlich mehr Ausdauer mussten die Teilnehmer am Königsschießen aufbringen, dauerte es doch gut viereinhalb Stunden bis der letzte Rest des Vogels zu Boden ging. Dabei hatte es nahezu im Halbstundentakt immer wieder so ausgesehen, als ob der große Moment kurz bevorstehe. Jedoch auch eine kräftige Schieflage des Vogels auf der Stange und gar der Verlust eines kompletten Flügels waren nur Zwischenstationen.

Erst mit dem 351. Schuss gelang dem stellvertretenden Präsidenten der Gilde, Franz-Josef Rossbroich, der erlösende Treffer, der ihm die Königswürde eintrug, auf die er nach eigenen Angaben bereits seit etlichen Jahren spekuliert habe.

Mit ihm freute sich seine Frau Maria, die nun mit ihm als Königin an seiner Seite, die Karlsschützengilde im kommenden Jahr repräsentieren darf. Als Vorschütze und Nachschütze konnten sich Erich Hansen und Robert von Eisern sicher nur ein wenig mit dem Gedanken trösten, ganz kurz vor dem Erfolg gestanden zu haben.
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