Aachen - Erkältungen gehen in dieser Familie zwei Mal rund

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Erkältungen gehen in dieser Familie zwei Mal rund

Von: Karen von Schmieden
Letzte Aktualisierung:
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Carina Bendyczak-Fiebig und Hans-Peter Bendyczak mit sechs ihrer insgesamt acht Kinder: Jetzt gab es die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten, die Urkunde überbrachte Bürgermeisterin Hilde Scheidt (rechts). Foto: Leah Hautermans

Aachen. Wer bei den Bendyczaks klingelt, sieht schon, dass er gleich von einer Großfamilie begrüßt wird: Vor der Tür steht ein VW-Transporter mit neun Sitzen. „Den brauchen wir auch”, sagt Hans-Peter Bendyczak.

Stimmt: Mit seiner Frau Carina Bendyczak-Fiebig hat er acht Kinder. „Eine anstrengende, aber schöne Aufgabe”, so der Vater. Nach der Geburt des jüngsten Familienmitglieds haben die Eltern die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten beantragt, die prompt bewilligt wurde.

Bürgermeisterin Hilde Scheidt besuchte die Familie, um ihnen die Urkunde und das Patengeschenk - einen Korb voller Leckereien - zu überreichen. Begeistert stürzten sich Ronja (acht Jahre alt), Kilian (6), Leon (5), Romy (4) und Tara (2) auf den Präsentkorb. Für Tim sind die Lollis und Zuckerstangen noch nichts, er ist erst neun Monate alt. Dafür hat er einen prominenten Paten bekommen: Horst Köhler übernimmt die Ehrenpatenschaft für den jüngsten Sprössling der Bendyczaks. Zur Familie gehören noch Kira (13) und Lara (15).

Familie mit Seltenheitswert

„Eine schöne große Familie, das hat heute Seltenheitswert”, sagt die Bürgermeisterin und gratuliert den Eltern. „Wir wollten immer viele Kinder. Aber ganz so viele hatten wir eigentlich nicht geplant”, sagt der stolze Papa lachend. „Man fällt früh ins Bett. Es ist immer Action um einen herum, aber auch Spaß und gute Laune.”

Die Ehrenpatenschaft soll das Sozialprestige von kinderreichen Familien stärken und auf ihre Probleme aufmerksam machen. Denn solche gibt es zur Genüge. „Wenn alle krank werden, ist das heftig. Eine Erkältung geht bei uns meistens zwei Mal rund ”, sagt der Vater. Dann wird die ganze Nacht lang getröstet und Tee gekocht.

Für ihre Kinder verzichten die Bendyczaks auf vieles: „Wir fahren nicht in Urlaub. Vor acht Jahren waren wir das letzte Mal zusammen essen.” Der letzte Kinobesuch stand 1997 an. Im Haus gibt es nur wenige elektrische Geräte, keinen Computer: „Wir haben einen Fernseher”, sagt Hans-Peter Bendyczak, ansonsten würden die Kinder für genug Unterhaltung sorgen.

Keine einzige weiße Wand

Die Eltern setzen eher auf Kreativität und haben liebevoll für eine angenehme Umgebung gesorgt: „Sie werden im Haus keine weiße Wand finden”, sagt der Maler und Lackierer. Mit seiner Frau hat er in jedem Zimmer bunte Bilder von Tieren und Früchten gestaltet, „wir tun alles für unsere Kinder”. Großfamilie, das ist eben ein richtiger Vollzeitjob.

Darum folgen die Bendyczaks auch einem straffen Zeitplan. „Morgens um halb sechs geht es hier los, um 20 Uhr ist Ende”, erklärt Carina Bendyczak-Fiebig. Nach acht Kindern ist jetzt aber Schluss - „es ist schön zu sehen, wie langsam alle älter werden”, so die Mutter. Wenn die Kleinen mal erwachsen sind, „haben wir viel nachzuholen.” Aber das ist den Eltern allemal lieber, als ihre Kinder zur Betreuung in falsche Hände zu geben.
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