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Erinnerung auch an Anne: Aachen verlegt 12 neue „Stolpersteine”

Von: dpa
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Die Stolpersteine haben etwa eine Kantenlänge von zehn Zentimetern und sind mit Messing überzogen. Foto: ddp

Aachen. Die Stadt Aachen lässt 12 neue „Stolpersteine” des Kölner Künstlers Gunter Demnig verlegen, um an Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern, darunter auch an das jüdische Mädchen Anne Frank (1929-1945), deren Tagebuch nach dem Krieg veröffentlicht wurde.

Die quadratischen, in den Bürgersteig eingelassenen Messingtafeln vor den ehemaligen Wohnhäusern der Männer und Frauen mit biografischen Angaben sollen in der Trierer Straße, Freunder Landstraße und am Pastorplatz verlegt werden, teilte die Stadt Aachen am Donnerstag einen entsprechenden Ratsbeschluss mit. Bislang wurden den Angaben nach neun Stolpersteine in der Stadt verlegt.

Die Tafeln in der Größe eines Kopfsteins erinnern an Männer und Frauen aus Aachen, die während des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten in das Vernichtungslager Sobibor, in das Ghetto Litzmannstadt und in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert wurden. Dort wurden sie ermordet oder starben an Krankheit oder Erschöpfung. Bei einigen blieb die Todesursache unbekannt und sie wurden 1945 für tot erklärt.

Der Antrag für drei der zwölf neuen Stolpersteine wurde von den achten Klassen des Anne-Frank-Gymnasiums gestellt, um an Edith, Margot und Anne Frank am Pastorplatz 1 zu erinnern. Die Adresse markiert den letzten Wohnort der Familie Frank in Aachen.

Edith Frank starb 1945 an Hunger und Erschöpfung im KZ Auschwitz. Ihre Töchter Margot und die durch ihr im niederländischen Versteck in Amsterdam verfasstes Tagebuch posthum berühmt gewordene Anne starben im gleichen Jahr in Bergen Belsen an Typhus und Erschöpfung.

Der Künstler Gunter Demnig erinnert seit 2000 an die Opfer der NS-Zeit mit sogenannten Stolpersteinen, die mittlerweile in über 300 Orten Deutschlands sowie in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden zu finden sind.

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