Whatsapp Freisteller

„Erfolgsmodell“: Offene Ganztagsschule wird ausgebaut

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Schule bis mittags war gestern. In Aachen werden inzwischen fast drei Viertel aller Grundschüler nach dem Vormittagsunterricht weiter betreut, berichtete die Verwaltung jetzt den Politikern im Schulausschuss. Die meisten (etwa 55 Prozent) haben Plätze an Offenen Ganztagsschulen (OGS), der Rest entfällt auf Übermittagsangebote und den gebundenen Ganztag.

Und es könnten noch einige mehr sein. Nach Mitteilung der Verwaltung stehen im laufenden Schuljahr fast 120 Kinder auf Wartelisten. Die OGS sei eben ein Erfolgsmodell, erfuhren die Politiker. Der großen Beliebtheit gilt es Rechnung zu tragen. „Für das Schuljahr 2013/2014 sind 4144 OGS-Plätze an Regelschulen gegenüber 3928 Plätzen im Schuljahr 2012/2013 erforderlich“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage. Neben diesem Zuwachs von 216 Plätzen erhöhe sich auch die Zahl der Plätze mit sonderpädagogischem Förderbedarf von 198 auf 265 Plätze.

Und für diese Plätze braucht man Platz. An den meisten Grundschulen wird laut Verwaltung mit „kreativen Lösungen“ getrickst. Mit „flexiblen Möbelsystemen“ und der „multifunktionalen Nutzung“ von Räumen soll dem gestiegenen Bedarf begegnet werden. An der Mataréstraße allerdings sei die Situation beengt und „sehr schwierig“, räumt die Verwaltung ein.

Für das kommende Schuljahr haben die Kollegien und die OGS-Teams von Katholischer Grundschule und Montessori-Grundschule gemeinsam ein Raumkonzept entwickelt. Durch die gemeinsame Nutzung von Räumen nach einem detaillierten Zeitplan soll zwölf weiteren Kindern ein OGS-Platz angeboten werden.

Künzer: „Das war ein Fehler“

„Dies stellt eine Übergangslösung dar“, heißt es in der Vorlage, im Rahmen des Schulentwicklungsplans Primar soll nach anderen Möglichkeiten gesucht werden. „Dass wir an der Mataréstraße keine Containerlösung gemacht haben, war ein Fehler“, meinte SPD-Schulpolitiker Martin Künzer.

Und nach Ansicht von Ulla Griepentrog (Grüne) reichen an vielen Schulen die Räumlichkeiten nicht mehr aus fürs Erfolgsmodell.

Kritisch wird es vor allem zur Mittagszeit. Dann müssen mitunter bis zu 180 Kinder eine warme Mahlzeit bekommen, weiß die Verwaltung, viele Mensen seien aber für gerade mal 50 Kinder ausgelegt. Damit aber wesentlich mehr in Ruhe satt werden können, müssten Stundenpläne und Essenszeiten genau abgestimmt werden. „Wenn Kinder erst um 14.30 Uhr in der vierten Schicht ihr Mittagessen bekommen, stimmt etwas nicht“, beklagte Martin Künzer.

Wirklich widersprechen will die Verwaltung dem auch nicht. „Die Notwendigkeit baulicher Maßnahmen kann künftig nicht mehr ausgeschlossen werden“, heißt es in der Vorlage. Dafür sind im Haushaltsjahr 2013 nun rund 2,4 Millionen Euro vorgesehen, hin zu kommen noch 450.000 Euro für die Ausstattung der Räume.

Den Ausbau der OGS-Betreuung, den der Schulausschuss am Donnerstag einstimmig beschlossen hat, lässt sich die Stadt im Haushaltsjahr 2013 rund 7,6 Millionen Euro kosten, für das Haushaltsjahr 2014 sind gut 8,5 Millionen Euro vorgesehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert