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Er liebt und lebt den Handball

Von: Holger Bubel
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„Martin ist cooooool!”: Nicht nur die E-Jugend von Blau-Weiß Alsdorf weiß, was sie an ihrem Geschäftsführer hat. Die Nachwuchsarbeit spielt für den designierten Egidius-Braun-Preisträger MartinÊKerenekewitz eine ganz wichtige Rolle. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Manchmal, das gibt Martin Kerenkewitz zu, hat er die Nase richtig voll. Dann würde er am liebsten alles hinschmeißen. Das ist immer dann der Fall, wenn sich die Unterstützung seiner Vereinskameraden als Lippenbekenntnisse erweisen, oder aber auch, wenn wieder einmal Spieler, die fest zugesagt haben, nicht zum Spiel erscheinen.

Aber auch das nimmt der 56-jährige Alsdorfer einmal mehr irgendwie und mit stoischer Ruhe hin. Martin Kerenkewitz liebt und lebt nämlich den Handball - den Sport und seinen Verein Blau-Weiß Alsdorf. Als Geschäftsführer des Alsdorfer Traditionsvereins - das Amt bekleidet er seit den frühen 80er Jahren - opfert er viele Stunden seiner Freizeit. Zeit, in der Frau Renate und der heute erwachsene Sohn Martin auf den Vater häufig verzichten mussten. Und dafür wird er bei der 27. Sportler-Gala der „Nachrichten” am 8. März mit dem Egidius-Braun-Preis ausgezeichnet.

Dabei liegt Kerenkewitz die Nachwuchsarbeit besonders am Herzen. „Ohne eine vernünftige Jugend hat ein Verein keine Zukunft”, weiß er. Daher war er auch lange Zeit in den Nachmittagsstunden in Offenen Ganztagsschulen unterwegs und gab kostenlos Handballstunden - sein Wechseldienst bei der Deutschen Bahn machte dieses nachmittägliche Engagement möglich.

Computer und Fernsehen

„Viel gebracht hat es leider nicht”, musste er sich eingestehen. Auch Plakataktionen blieben erfolglos. „Es ist heutzutage nicht leicht, Jungen und Mädchen für den Vereinssport zu begeistern. Computer und Fernsehen sind wohl die bequemere Freizeitvariante”, bedauert Kerenkewitz, der in einem intakten „Vereinsleben” mehr sieht, als die 60 Minuten auf dem Handball-Spielfeld. Geselligkeit, Mannschaftstouren, Turniere, Ausflüge - mit der Jugend etwa zu Spielen der Nationalmannschaft oder von Bundesligisten. Das alles kostet Freizeit und Geld.

Verstärkung für die Seniorenabteilungen akquiriert Obmann Kerenkewitz gerne aus Vereinen, die sich auflösen, beziehungsweise die ihre Handballabteilung ob mangelnden Engagements von Ehrenamtlern oder ausgehenden Nachwuchses einfach auflösen. So geschehen beim Stadtkonkurrenten Glück Auf Ofden, dessen Seniorenabteilung nahezu komplett zur damaligen Viktoria, heute Blau-Weiß Alsdorf, wechselte, oder in Baesweiler, als sich dort der Verein auflöste.

Der Damenmannschaft aus Setterich ermöglichte er in Form einer Spielergemeinschaft mit den Alsdorfer Frauen den Fortbestand. Im Schatten der handballerisch starken Nachbarkommune Würselen, mit TV, Westwacht, Bardenberg oder Scherberg, weiß Kerenkewitz aber auch, dass die Aufnahme vereinsloser Spieler langfristig keine Bestandsgarantie ist. „Wir versuchen daher durch Angebote schon für die kleinen Kinder und auch Eltern in den Verein zu bringen”, lautet sein Erfolgsrezept.

Mini-Mannschaften, betreut von ihm und unterstützt von engagierten Müttern könnten der rechte Weg sein. „Wenn die Kinder spielerisch an diesen wunderschönen Sport geführt werden, ist das eine Zukunftsoption.”

Um kindgerechtes Training anbieten zu können, hat er in Kursen und Seminaren entsprechende Qualifikationen erworben.

Und wenn er einen Wunsch hätte? „Eine komplette Jugendabteilung und ganz viel Unterstützung.” Und die braucht er auch. Denn eines ist allen aktiven und inaktiven Vereinsmitgliedern klar: Wenn „Mister Handball” sein rühriges Treiben aufgibt, dürfte der Handballsport in Alsdorf vor großen Problemen stehen.
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