Aachen - Entscheidung zur Stadtbahn rückt näher

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Entscheidung zur Stadtbahn rückt näher

Von: Gerald Eimer
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Schnell, sauber, leise: Mit ei
Schnell, sauber, leise: Mit einer Plakataktion werben Walter Ullrich (links) und Ralf Oswald vom VCD für die Stadtbahn. Foto: Harald Krömer

Aachen. Es ist Aachens ehrgeizigstes und teuerstes Verkehrsprojekt seit Jahrzehnten: die geplante Wiedereinführung der Stadtbahn. Der Grundsatzbeschluss hätte bereits im Sommer fallen sollen, doch noch immer ist ungeklärt, ob das Megaprojekt gestemmt werden kann, für das Investitionskosten in dreistelliger Millionenhöhe veranschlagt sind.

Mit einer Entscheidung ist nunmehr Anfang des Jahres zu rechnen, wie Oberbürgermeister Marcel Philipp auf Anfrage mitteilt. Am 11. Januar sollen zunächst die Politiker über den Stand der Dinge informiert werden, anschließend auch die Medien. Entschieden sei nichts, betont er, „wir haben die Enden noch nicht zusammen”. Klar ist lediglich, dass die klamme Stadt ohne Hilfe von außen kein Schienensystem aufbauen kann.

Alleine für die zunächst geplante Campustrasse zwischen Uniklinik und Bushof müssten 126 Millionen Euro aufgebracht werden, doch längst denkt man über eine Verlängerung bis Brand und den späteren Aufbau eines stadtweiten Netzes nach. Ein Hebel, über den das finanziert werden könnte, ist laut Philipp der Bundeswettbewerb „Schaufenster Elektromobilität”, an dem sich Aachen mit Unterstützung des Landes bewirbt. Die Bundesregierung stellt dabei zur Förderung alternativer Verkehrsmittel Millionenhilfe in Aussicht.

Während die Verwaltung noch mit spitzer Feder rechnet, was machbar ist, geht es dem Verkehrsclub VCD nicht schnell genug. Er hat am Mittwoch eine Plakatkampagne für das „Leuchtturmprojekt” Stadtbahn gestartet. Man könne nicht bis „zur letzten Förderzusage warten”, sagt VCD-Vorstandsmitglied Ralf Oswald, „man muss jetzt die Planungen vorantreiben”. Vor allem müssten jetzt die Bürger informiert, beteiligt und „mitgenommen werden”.

Vorbild Reims

Aachen sollte sich die französische Partnerstadt Reims als Vorbild nehmen, meinen Oswald und sein Mitstreiter Walter Ullrich. Dort wurde im Frühjahr eine hochmoderne Stadtbahn in Betrieb genommen. Aber auch in Deutschland sei Aachen eine der wenigen Großstädte, die nicht auf die Schiene setzt.

Aus Oswalds Sicht ist die Stadtbahn die einzig richtige Antwort auf verstopfte Straßen, überfüllte Busse und verpestete Luft. Sie sorge für mehr Platz und Ruhe in der Stadt, sie spare Energie und reduziere die Abgase. Eine Straßenbahn kann doppelt so viele Menschen befördern wie ein „Öcher Long Wajong”. Und zu alledem kann sie auch auf einem begrünten Gleisbett fahren, was dem Stadtbild zugute komme.

Wie sich das auf die Trierer Straße auswirken könnte, soll die VCD-Plakataktion unter der Überschrift „mal wieder durchatmen?” verdeutlichen. Es hängt vorerst nur in einer unscheinbaren Schmuddelecke unter der Unterführung am Bahnhof Rothe Erde, soll im Januar aber in den oberen Teil der Trierer Straße wandern. Zugleich werden 300 kleinere Plakate überall im Stadtgebiet ausgehängt. „Die Bürger müssen endlich mehr erfahren”, meint Oswald, der auf weitere Informationen im Internet verweist (http://www.vcd-aachen.de).

Ob dies die Entscheidungsfreude der Politik beflügelt, ist ungewiss. Laut Oswald aber drängt die Zeit. Um in den Genuss der nötigen Fördermittel zu kommen, müsse die erste Linie bis 2018 fahren, sagt er. Ob es gelingen kann, wird man am 11. Januar wissen.
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