Entscheidung über den Ausbau vom Grauenhofer Weg verschoben

Von: Werner Czempas
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Erbärmlicher Zustand: Pläne für den Ausbau des Grauenhofer Weges gibt es schon seit längerer Zeit. Anwohner fürchten allerdings, dass die Straße nach einem Umbau zu schnellem Fahren einlädt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Noch tun die Politiker sich schwer mit dem Ausbau des Grauenhofer Wegs westlich des großen Wohnbereichs Driescher Hof. Auch die Bezirksvertretung Aachen-Mitte kam nicht zu Potte und verschob eine Entscheidung bis zur gemeinsamen Sitzung mit dem Mobilitätsausschuss am 6. Juni.

„Keine einfache Sache“, beschrieb Heiner März (SPD) die komplexe Lage. Die Alternative zum Ausbau wäre „nix tun“. Das aber geht auf keinen Fall, denn die nur fünf Meter breite „zweistreifige Hauptverkehrsstraße“ über die Lintertstraße stadtauswärts in Richtung Brand und umgekehrt ist in einem erbärmlichen Zustand. Schon 2005 gab es einen Vorentwurf, den schmalen „Weg“ auszubauen, was aber wegen des wichtigeren Umbaus der Trierer Straße immer wieder hinausgeschoben werden musste.

Inzwischen fügt sich zusätzlich noch ein großes Neubaugebiet an Driescher Hof bis an den Grauenhofer Weg an. Bedenken und Sorgen gibt es bei den Anwohnern, die Straße könne bei einem Vollausbau auf 6,50 Meter Breite mit kombinierten Rad-/Fußgängerweg und Parkstreifen zur „Rennstrecke“ werden. Ein Kölner Anwaltsbüro hat im Namen von Anliegern bereits eine Klage angekündigt (wir berichteten).

Unbehagen bereiten auch die Kosten, die auf einzelne Anlieger zukommen. Der Straßenausbau wird derzeit mit zwei Millionen Euro kalkuliert, von denen nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) 300.000 Euro anteilig auf die beiderseitigen Grundstückseigner entfallen würden.

Da an den Grauenhofer Weg große landwirtschaftliche Flächen grenzen, müssten alleine ein Landwirt 35 000 Euro und ein Pächter sogar 100.000 Euro zahlen. Das will CDU-Sprecherin Marianne Conradt erfahren haben. „Summen, die erheblich sind“, meinte Conradt, „wir müssen überlegen, wie mit solchen Leuten umgegangen wird.“ In ihrer bekannt nass-forschen Art stellte Regina Poth (Fachbereichsleiterin Verkehrsanlagen/Straßenbau) klar: „Der Beitrag muss laut Gesetz erhoben werden, Punkt.“ Was solle die Verwaltung denn machen, sie könne die Größe der Grundstücke nicht beeinflussen.

„Minikreisverkehre“

Conradt beharrte, zu einer solchen Regelung könne sie „nicht einfach ja sagen“, sie habe Beratungsbedarf. Poth konterte kühl: „Sie, die Politiker, entscheiden, ich, die Verwaltung, bin nur die fachliche Beratung. Dann müssen Sie im Rat eine neue Beitragssatzung verabschieden.”

Die SPD tat sich mit dem in einzelnen Streckenabschnitten geplanten „Beidrichtungs-Rad-Gehweg“ schwer. Da müsse der Plan nachgebessert werden. Nachgebessert hatte Poth schon hinsichtlich der von den Bürgern in zwei Info-Veranstaltungen immer wieder gewünschten „Verkehrsberuhigung“. Vor den Bezirksvertretern wartete sie mit der neuen Idee von zwei für Busse und Lkw überfahrbaren „Minikreisverkehren“ auf dem Grauenhofer Weg auf.

Die Bezirksvertreter mochten sich nicht festlegen. Die Darlegungen der Verwaltung nahmen sie deshalb lediglich „zur Kenntnis“. Bis zur gemeinsamen Sitzung mit dem Mobilitätsausschuss soll die Verwaltung die Kreisel-Idee näher erläutern und auch die Problematik kombinierter Fuß-/Radweg noch einmal prüfen.

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