Aachen - Energiepreis 2010: Sogar ein Windrad aus Fahrradfelgen

Energiepreis 2010: Sogar ein Windrad aus Fahrradfelgen

Von: Benjamin Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Die jungen Energiesparer von der Offenen Ganztagsgrundschule Breinig brachten sogar ein Windrad mit. Drei Konzepte und die Menschen, die dahinterstehen, wurden am Mittwochabend im Krönungssaal des Rathauses ausgezeichnet. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Die energiesparende „Knutschkugel” blieb notgedrungen in der Garage. „Normalerweise wäre ich mit meinem Elektroauto, einem Fiat 500, vorgefahren. Das hätte wunderbar zum heutigen Abend gepasst. Da ich aber noch einen Termin in Bergheim hatte, musste ich leider auf den Diesel umsteigen”, gestand Helmut Etschenberg im gut gefüllten Krönungssaal des Rathauses.

Der Städteregionsrat wusste, dass sich bei der Verleihung des „Aachener Energiepreis - Energiepreis der Städteregion” alles um Stromsparen, Klimaschutz und Ressourcenschonung drehen würde.

Moderiert wurde die Veranstaltung, die zum zweiten Mal gemeinsam von der Stadt Aachen, der Städteregion und den drei Energieversorgern Stawag, enwor und EWV ausgetragen wurde, von „Nachrichten”-Lokalchef Achim Kaiser.

Imposanter Prototyp

Die jüngsten „Energiesparer” der Offenen Ganztagsgrundschule (OGGS) Breinig brachten sogar ein Windrad mit, das im Rahmen der Klima- und Umwelt-AG entwickelt worden war. Der Prototyp aus Fahrradfelgen, Folien, Klebeband und Plexiglas imponierte Aachens Bürgermeister Björn Jansen sehr. „Wenn wir über knappe Ressourcen reden, ist es wichtig, dass wir unser Verhalten ändern und schon früh dafür sensibilisiert werden. Deshalb liegt mir der Kinder- und Jugendpreis besonders am Herzen”, sagte Jansen. Einen Scheck über 3333,33 Euro durfte OGGS-Schulleiterin Marie-Theres Schmitz für ihre pfiffigen Ideen zum Thema „Wir bauen Windräder, Stirlingmotoren und eine Solaranlage” in Empfang nehmen.

Pfiffig war auch das Projekt, das in der Kategorie „Energieeffizienz-Innovationen” prämiert wurde. Der „AeroBlaster”, ein faltbares Spoilersystem am Heck, hat das Ziel, den CO2-Ausstoß von Lkw zu reduzieren. „Von einer kleinen Serviette im Jahr 2007 kam es zu einer Patentanmeldung und ersten Fahrversuchen”, berichteten die „Energiesparfüchse” Rainer Buffo und Ingo Martin von ihrem außergewöhnlichen Projekt.

Dass Energiesparen nicht nur für die Umwelt gut ist, sondern auch für den Geldbeutel, davon konnte Olaf Korr ein Lied singen. Der Blick auf die Stromrechnung fällt dem Geschäftsführer der Barthel Korr GmbH viel leichter, seit er die Hallendächer seiner Tischlerei und Zimmerei nach energetischen Gesichtspunkten erneuern ließ.

„Ein Hagelschaden war damals der Auslöser für unsere Sanierungsarbeiten”, erinnert sich Korr. Neben der großflächigen Dämmung wurden ein neues Oberlicht als Lichtband in die Hallendachkonstruktion integriert und eine Schallschutz-Decke angebracht. „Die Kosten dafür bewegen sich im hohen sechsstelligen Bereich. Dafür laufen die Mitarbeiter aber auch noch bei diesem Wetter in T-Shirts durch die Halle”, berichtet Korr.

Viel Energie gespart

Perspektivisch betrachtet, dürfte sich die Investition ohnehin auszahlen, zumal insgesamt 75 Prozent der Energie eingespart werden. Und ein kleiner Teil der Kosten wurde ja bereits dank des Schecks gedeckt, den der Unternehmer für den ersten Platz in der Kategorie „Das Effizienzhaus” erhielt.

„Wir werden lernen müssen, weniger Energie zu verbrauchen und neue Möglichkeiten zu finden, wie wir die vorhandenen Ressourcen bestmöglich nutzen können. Diese drei Projekte zeigen, wie es geht”, erklärte Etschenberg. Mit seiner „Knutschkugel” will auch der Städteregionsrat einen kleinen Beitrag leisten - „zumindest wenn ich mich in Aachen fortbewege”.
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