Aachen - Endlich Zeit für „diese wunderbare Oper”

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Endlich Zeit für „diese wunderbare Oper”

Von: Grit Schorn
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„Tolle Probenatmosphäre”: M
„Tolle Probenatmosphäre”: Michael Schmitz-Aufterbeck (rechts) hat Gefallen an der Arbeit als Regisseur gefunden. Auch über die Besetzung - hier Yikun Chung - freut sich der Intendant Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Un ballo in maschera” (Ein Maskenball), 1859 in Rom uraufgeführt, ist nicht nur eine Oper voller Abgründe und Leidenschaft, sondern hat auch eine aufregende Rezeptionsgeschichte. Verdi griff hier ein historisch verbürgtes Attentat auf - 1792 wurde während eines Maskenballs der schwedische König Gustav III von politischen Widersachern getötet.

Der berühmte Komponist (1813-1901) verband das Thema mit einer erschütternden Eifersuchtstragödie. Der König liebt Amelia, die Frau seines getreuen Sekretärs Anckar­ström, der durch einen unglücklichen Zufall von der sich anbahnenden Beziehung erfährt.

Skandal im Königshaus: In rasender Eifersucht schließt Anckarström sich den Verschwörern an und vollstreckt sogar selbst die mörderische Tat.

Michael Schmitz-Aufterbeck, seit 2005 Generalintendant und Geschäftsführer am Theater Aachen, macht im Gespräch auf die damalige Zensur aufmerksam, die die Darstellung eines Königsmordes auf der Bühne untersagte.

Der gebürtige Kölner, 57, der unter anderem auch als Operndirektor und Musiktheaterdramaturg am Luzerner Theater tätig war, tritt mit der Inszenierung der Verdi-Oper in Aachen erstmals als Regisseur in Erscheinung. Anschaulich berichtet er, wie die Handlung schließlich ins ferne Boston in der „Neuen Welt” verlegt und aus dem König ein schlichter Gouverneur wurde.

In Aachen aber wird die ursprüngliche „schwedische” Fassung gespielt, wobei der Intendant betont, seine Inszenierung sei ein „Solitär”, eine Einzelveranstaltung.

„Als Intendant und Geschäftsführer hat man viel zu tun. Aber als meine Wunschkandidaten alle keine Zeit für die Regie hatten, habe ich mich entschlossen, es selbst zu machen und mir die Zeit für diese wunderbare Oper genommen - übrigens ein Geschenk an das Theater Aachen.” Ihn hat auch die historische Figur des Königs gereizt, der eine hochinteressante Persönlichkeit gewesen sei.

Begeistert von der Wahrsagerin

Aufgeklärt und aufgeschlossen, habe der königliche Theaterliebhaber auch Bürgerliche zu Rate gezogen, obwohl dies auf großen Widerstand in Schweden stieß. Schmitz-Aufterbeck ist auch begeistert von der Wahrsagerin Ulrica, die Verdi ebenso als Ausnahmefigur gestaltet habe: „Eine Frau, die aus höfischen Kreisen stammt, aber in einer Art Kiez zusammen mit armen Frauen und Blinden lebt.” Gleich zu Anfang weissagt sie dem Monarchen seinen Tod.

Über die Besetzung dieser starken Rolle mit einem neuen Ensemblemitglied, der serbischen Sängerin Sanja Radisic, freut sich Schmitz-Aufterbeck ganz besonders.

Die Rollen des Königs und des Sekretärs Anckarström seien mit Yikun Chung und Tito You ebenso optimal besetzt wie der Part der Amelia (Irina Popova), versichert der Theaterchef. Und dann gibt es ja auch noch „Oscar”, den übergriffigen Pagen: „Eine tolle Hosenrolle”, die für viele Verwicklungen sorgt.

Im „Maskenball” prallen viele musikalische Strömungen aufeinander - glühendes Liebesverlangen und Offenbachsche Einflüsse wechseln zu abgründiger Dramatik. Aachens Theaterintendant hat die „tolle Probenatmosphäre” mit „seinen” Sängern genossen, die „überaus konstruktiv” verlief.

Unverzichtbar war für den gelernten Dramaturgen die Zusammenarbeit mit dem Dramaturgen Michael Dühn. „Denn als Regisseur braucht man einen zweiten Kopf, eine Art Supervisor”, weiß Schmitz-Aufterbeck aus Erfahrung. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Péter Halász.

„Mit kreativen Menschen zu arbeiten ist die größte Freude”, sagt der inszenierende Intendant strahlend, der auch Sprecher der Ständigen Konferenz der NRW-Intendanten ist. Dann eilt er wieder zur Probebühne, wo er schon erwartet wird.

Die Premiere und Kartenreservierungen

Die Premiere von „Un ballo in maschera” (Ein Maskenball), Oper von Giuseppe Verdi, feiert am 5. Februar Premiere im Theater Aachen (Bühne). Beginn ist um 18 Uhr. Karten gibt es an der Theaterkasse unter der Telefonnummer 0241/4784-244.

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