Ende gut, (fast) alles gut – dank Prinz und den 4 Amigos

Von: Jan Mönch
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Was wäre der Fastelovvend ohne sie? Die 4 Amigos rissen die Jecken vor dem Prinzenspiel aus der einsetzenden Lethargie.

Aachen. Ende gut, alles gut – was Shakespeare vor langer, langer Zeit herausgefunden hat, hat der AKV am Samstagabend bestätigt. Als Bernd Marx am Ende des Abends als Prinz Bernd I. inthronisiert wurde, war die Stimmung im Eurogress in etwa so, wie man es sich von einer Prinzenproklamation vorstellt.

Und als die Vereine durch den (sich leider zügig in Richtung Theken- und Partybereich entleerenden) Saal und über die Bühne marschierten, war ein alles in allem durchwachsenes Programm beinahe vergessen. Aber eben leider nur beinahe.

Als klügster Schachzug von Programmmacher Rolf Gerrards erwies sich, dass mit den 4 Amigos die Stimmungsgaranten schlechthin unmittelbar vor dem Prinzenspiel platziert worden waren. Mit ihrem im besten Sinne hemdsärmeligen Auftreten und dem untrüglichen Sinn für eingängige Melodien verwandelten die Amigos den Europasaal binnen Minuten in einen Hexenkessel. Von den Mannen um Uwe Brandt ist das jecke Volk nichts anderes gewöhnt. Da die Stimmungskurve sich zuvor erschreckend rasant dem Nullpunkt genähert hatte, verdient diese Leistung mehr als das übliche dreifache „Oche Alaaf“.

Zu Beginn des Abends war die Welt noch in Ordnung. Elferrat, Ehrenhüte und Prinzenkorps wurden bei ihrem obligatorischen Aufmarsch unterstützt von den Brander Stieren. Ex-Prinz Franz-Dieter Ramrath legte sich gleich mächtig ins Zeug und verteilte Rosen an die Damen in den vorderen Reihen, während im Hintergrund noch AKV-Präsident Werner Pfeil das Mikro schwang.

Angenehm unkonventionell

Dieses ging nach kurzer Begrüßung an Moderator David Lulley. Der Auftritt von Routinier Jupp Ebert geriet mit zehn Minuten viel zu kurz, das Gastspiel der in jeder Hinsicht knatschbunten Sambatruppe Querbeat quasi als Ausgleich etwas zu lang. Der auch nach karnevalistischen Maßstäben angenehm unkonventionelle Auftritt der Bonner ließ sich dennoch als Erfolg verbuchen – und dann ging es steil bergab.

Woran lag’s? Ein Grund – und dafür konnten selbstredend weder AKV noch Künstler etwas – bestand sicherlich darin, dass es den rauchenden Teil des Publikums zwecks Korrektur des Nikotinspiegels zunehmend aus dem Saal zog. Weil man das bekanntlich nur noch im Freien darf, ging es also versehen mit Rauchutensilien sowie (passenderweise grüner) Auslasskarte vor die Pforten des Eurogress. Die Zahl der Jecken, die sich dort knubbelten, lag weit im dreistelligen Bereich.

Draußen tobte also der Bär, drinnen legte er sich schlafen. Die Lennet Girls mussten sich anstelle des von Moderator Lulley vorgeschlagenen „Riesen-Applaus“ mit freundlichem Beifall zufrieden geben. Viel zu wenig Aufmerksamkeit wurde auch dem AKV-Ballett gezollt. Zwar an sich nicht schlecht, bei der Prinzenproklamation aber merkwürdig deplatziert fiel die Nummer des Wall Street Theatre aus. Um den Auftritt eines Lindenberg-Imitators wollen wir an dieser Stelle höflich den Mantel des Schweigens hüllen.

Massig Sympathiepunkte

Bis zum Auftritt der 4 Amigos schaffte es lediglich der später inthronisierte Prinz Bernd Marx, die Jecken aus der Reserve zu locken. Ein Mal gab es ein Italien-Medley, dann einen Auftritt als Karl der Große. Marx ist bekanntlich erfolgreicher Tänzer und Tanztrainer und bringt somit reichlich Bühnenerfahrung mit. Dennoch wirkte er weder zu routiniert, noch zu abgeklärt – sondern ausgelassen, fast schon übermütig und neugierig auf sein närrisches Volk.

Schon vor seiner Inthronisation sammelte Marx so massig Sympathiepunkte beim Publikum. Und trug dazu bei, dass das Fazit nach guten vier Stunden im Euro­gress in der Tat so lauten kann: Ende gut, alles gut.

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