Aachen - Empörung und Zorn über abfällige Briefe

Empörung und Zorn über abfällige Briefe

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wenn es je Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Bauvorhabens Veltmanplatz/Ecke Kreuzherrenstraße gegeben hätte, so wären sie von den massiven Äußerungen und unglücklichen Aktionen einiger Bürger und Nachbarn, wie die Mitglieder im Planungsausschuss übereinstimmend bekundeten, gründlich vom Tisch gefegt worden.

Sie haben anscheinend das Gegenteil von dem erreicht, was sie wollten, der Ausschuss genehmigte das Projekt. Die persönlich angeschriebenen und zum Teil unter der Gürtellinie getroffenen Politiker schlossen im Ausschuss die Reihen und waren sich in der Sache völlig einig: Zweifelsfrei gehört in eine traditionsreiche Studentenstadt wie Aachen ein Bauvorhaben, das genau auf dieses Klientel abziele. Darüber war man sich in der Sitzung des Ausschusses völlig einig. Einzelne Mitglieder waren empört über den schlechten Stil, der sich in der Diskussion rund um das Projekt der Aachener Landmarken AG breit gemacht hatte.

Das Vorhaben auf dem ehemaligen Gelände des Wollforschungsinstitutes der RWTH, hinter dem der Aachener Investor Norbert Hermanns steht, umfasst rund 175 Wohneinheiten vornehmlich für Studenten und Hochschulmitarbeiter. Vorne hat die Natur bereits Besitz von dem Gebäude ergriffen, Büsche ranken sich an der Fassade hoch. Das Grundstück erstreckt sich im hinteren Bereich weit in Richtung Pontstraße und endet an der für den Verkehr gesperrten Wittekindstraße.

Dieser ganze Bereich soll von dem geplanten Wohnblock ausgefüllt werden. Weiter stimmten die Ausschussmitglieder, wie CDU-Sprecherin Maike Schlick anregte, darin überein, dass der vorhabenbezogene Bebauungsplan 942 um das Flurstück erweitert werden soll, auf dem sich in der Kreuzherrenstraße der Kindergarten der Pfarre Heilig Kreuz befindet.

All das bedeute keinesfalls Kritiklosigkeit, erinnerte der Ausschussvorsitzende Harald Baal (CDU). Etwa merkte Norbert Plum (SPD) ausdrücklich an, dass der Ausschuss insgesamt bereits bei Vorberatungen ganz und gar nicht mit dem Plan zufrieden gewesen sei, „eine große Anzahl von Appartements in einer reinen Nordlage bauen zu wollen”. Auch gegenüber von Entlüftungsschächten eingeplante Fenster kämen nicht gut an. Das Gebäude soll sechs Etagen hoch werden. Eigentlich wollte der Investor höher hinaus.

Aber: Die Turmhöhe von Heilig Kreuz dürfe keinesfalls überschritten werden, hieß es im Ausschuss. Das Innere des Gebäudes soll bei Bedarf, also wenn der Ansturm der Studierwilligen nach dem Höhepunkt zwischen 2014 und 2018 etwa 2020 wieder abebbt, zu größer geschnittenen Wohneinheiten rückgebaut werden können, die auch von jungen Familien bezogen werden könnten. Den Vorwurf, das eine Monokultur im Pontviertel geschaffen würde, wies der Ausschuss zurück. Die Wittekind­straße soll nicht als Durchstich zur Pontstraße geöffnet werden.
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