Empfang der Kreishandwerkerschaft: Für die meisten ein gutes 2012

Von: Nils Heinichen
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In seiner Rede am Silvestertag appelliert Kreishandwerksmeister Herbert May an die Politiker, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein. Unter den Zuhörern: Oberbürgermeister Marcel Philipp (Mitte). Fotos (2): Ralf Roeger Foto: Ralf Roeger

Aachen. Zum Abschluss eines jeden Jahres empfängt der Kreishandwerksmeister Herbert May traditionell Persönlichkeiten aus Politik, Handwerk, Banken, Medien und Wirtschaft, um auf das zurückliegende Jahr im Handwerk zu blicken. In seiner Rede am Silvestertag bilanzierte May für den Großteil der Betriebe ein „durchweg gutes Jahr“. Das Handwerk sei immer sehr von der Binnennachfrage abhängig, die im Jahr 2012 „noch zufriedenstellend“ gewesen sei.

Bereits zum 23. Mal hatte die Kreishandwerkerschaft zum Silvesterempfang eingeladen. Wie bereits in den vergangenen beiden Jahren fand das Zusammenkommen im Restaurant Kommer in Forst statt. Neben seinem Rückblick auf das alte Jahr richtete der Kreishandwerksmeister auch wieder den Fokus auf das anstehende.

Zu Beginn seines Vortrages lobte er den Steuerbonus auf Handwerkerleistungen, der sich immer noch positiv auswirke. Dieser trüge dazu bei, reguläre Arbeit zu schaffen und Schwarzarbeit zu reduzieren. Hiervon profitierte vor allem das Bau- und Ausbaugewerbe, in dem das Jahr überwiegend gut gelaufen sei, so May.

Weniger erfreut ist er über die seiner Meinung nach vertane Gelegenheit, einen reduzierten Mehrwertsteuersatz auf Handwerksleistungen einzuführen. „Bedauerlich ist, dass die verantwortlichen Politiker und Ministerien diese Chance nicht erkennen, um Impulse für unsere Wirtschaft zu setzen“, erklärte er. Dadurch entgingen Möglichkeiten wie die Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie höhere Einnahmen der Sozialkassen.

Auch für die Energiewende hinsichtlich des Handwerks fand er keine positiven Worte. „Das Scheitern des von der Bundesregierung eingebrachten sinnvollen Gesetztes zur steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierungen ist eine herbe Enttäuschung“, konstatierte der Kreishandwerksmeister. Nach Meinung der Kreishandwerkerschaft würden Politiker in Bund und Land ihrer gemeinsamen Verantwortung für den Klimaschutz und die Energiewende nicht gerecht. Weiterhin besteht das Handwerk auf die Forderung einer steuerlichen Sonderabschreibung für energetische Sanierungsmaßnahmen. In NRW könne man damit das Investitionspotenzial von Gebäuden verdreifachen, so May in seiner Rede.

Für die Zukunft sieht er das Handwerk mit einigen Veränderungen konfrontiert. „Eine zunehmen älter werdende Bevölkerung muss sich auf eine veränderte Nachfragestruktur nach Dienstleistungen und Konsumgütern einstellen. Dies bietet wie immer Chancen und Risiken“. Mit Blick auf die im kommenden Jahr anstehenden Bundestagswahlen appellierte May an die Politiker, sich ihrer Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern bewusst zu sein. Ansonsten leide der Wirtschaftsstandort Deutschland, was in der Region der teilweise massive Stellenabbau zeige, beispielsweise bei Bombardier. „Die Wirtschaftslage ist noch gut, aber dunkle Wolken tauchen bereits am Horizont auf“, so May.

Zum Abschluss dankte er den Partnern der Innungen, den Medien, den Vertretern der Kommunen, den Kirchen, der Bundeswehr und den Banken für ihre Verbundenheit zum Handwerk.

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