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Eltern verunsichert: Welche Förderschule wird aufgelöst?

Von: Georg Dünnwald
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Aachen. Eltern, Lehrer und Schüler der Schule Beginenstraße sind höchst besorgt. Sie fürchten um die Existenz ihrer Schule.

Denn zwei der vier Förderschulen in Aachen mit dem Förderschwerpunkt Lernen sollen nach Informationen der Schulen aufgelöst und in die beiden anderen Schulen integriert werden. Welche Schulen das sein werden, ist aber noch nicht klar. Wird es die Förderschule Beginenstraße sein, oder die Förderschule am Rödgerbach, die Förderschule Kurbrunnenstraße oder die am Kennedypark in der Elsassstraße?

Das ist aber nur der erste Schritt. Denn der Landtag soll eigentlich noch in diesem Jahr über die Zukunft der Förderschulen entscheiden. Die Zukunft soll dann die Regelschule sein, das Stichwort Inklusion lässt manchen Lehrer und auch Mütter und Väter besorgt die Stirn runzeln.

„Welche Kriterien gelten”

Im Bürgerforum trugen am Dienstagabend Lehrer und Eltern der Schule Beginenstraße ihre Sorgen vor. „Wie soll das gehen, dass bis Ende dieses Schuljahres zwei Schulen aufgelöst werden”, fragte ein Lehrer, der auf Informationen seiner Schule zurückgreift.

„Welche Kriterien gelten für Schulschließungen, wo bliebt die Transparenz der Entscheidungen, wird auch das Engagement der Schule in der Entscheidungsfindung berücksichtigt?” Fragen über Fragen: „Haben die Eltern überhaupt noch ein Wahlrecht?” „Wann werden die Schulen endlich benachrichtigt?” „Wie sieht es mit der Fahrkartenerstattung aus?”

„Ich glaube kaum, dass ich zu Ihrer Zufriedenheit antworten kann”, bemühte sich Manfred Ernst, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule um Antworten. Die Verwaltung arbeite mit großem Engagement am Schulentwicklungsplan für Förderschulen, die Ergebnisse würden am 10. Mai im Schulausschuss vorgestellt. „Allerdings nur als Entwurf.” Denn anschließend seien die Schulkonferenzen aufgefordert, über den Entwurf zu diskutieren. Danach, am 21. Juni, werde der Schulausschuss sich erneut mit dem Thema auseinandersetzen um eine Stellungnahme abzugeben. Auch die Bezirksregierung werde beteiligt. Der Rat beschließe dann am 27. Juni.

Nicht nur die Schülerentwicklungszahl sei entscheidend dafür, ob die Schule aufgelöst würde, auch das Platzangebot und der Zustand des Schulgebäudes. „Die Eltern werden von uns so frühzeitig wie möglich informiert.” Mit Aufnahmezusagen sollten sich die Schulen zunächst zurückhalten. Zu den Fahrtkosten der Schüler sagte Ernst, dass ein Schülerspezialverkehr nicht geplant sei, „das normale Schülerticket kann benutzt werden”. Die starke Tendenz zum Gemeinsamen Unterricht an Regelschulen führe nun mal zu einem Rückgang der Schülerzahlen an den Förderschulen.

„Fünftes Rad am Wagen”

Die Mutter einer 13-Jährigen appellierte leidenschaftlich an die Politiker: „Reden kann man viel über die Vorzüge einer gemeinsamen Erziehung an Regelschulen. Aber wenn man wie ich eine Tochter hat, die an diesen Schulen völlig untergeht, sieht man das anders. Ich habe mich für die Schule Beginenstraße entschieden, weil meine Tochter dort optimal gefördert wird. An einer Regelschule wäre sie das fünfte Rad am Wagen.”
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