Aachen - Ellenlanges Warten in der Hauptpost

Ellenlanges Warten in der Hauptpost

Von: Werner Breuer
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Geduldsprobe: Weihnachtszeit ist Wartezeit bei der Post. Doch auch am Montag war die Schlange lang im Kapuziner Karree. Foto: Harald Krömer

Aachen. Helga Pasch hat mal genau nachgezählt: Binnen einer Woche verbrachte die Aachenerin mehr als zwei Stunden in der Warteschlange im Hauptpostamt. Das heißt zwar inzwischen „Postbank-Finanzzentrum“ und das Gebäude drumherum firmiert längst als Kapuziner Karree, aber gewartet wird noch wie in alten Zeiten: stehend, ein Öcher hinter dem anderen.

„Vor Weihnachten sind das aber auch die heißesten Wochen des Jahres“, erklärt Postbank-Pressesprecherin Iris Laduch-Reichelt. Um die Flut von Päckchen und Briefen abzuarbeiten, würden Aushilfskräfte eingestellt, Teilzeit-Jobs auf Vollzeit umgestellt, Urlaubssperren verhängt, „aber trotzdem ballt es sich“. Vor allem montags, freitags und samstags müsse sich die Kundschaft in Geduld üben.

Die wurde Helga Pasch aber auch noch nach Weihnachten abverlangt. Am Samstag vor Silvester gab sie angesichts der langen Schlange zunächst auf, doch am letzten Tag des Jahres konnte sie nicht mehr kneifen, einige Dinge mussten noch erledigt werden. „Gewartet habe ich etwa eine Stunde“, berichtet Helga Pasch.

In dieser Zeit klingelte bei ihr daheim der Paketbote, und weil er seine Fracht nicht loswerden konnte, landete wieder eine gelbe Abholkarte im Briefkasten. „Damit ich das Warten auch im neuen Jahr nicht verlerne“, meint Helga Pasch sarkastisch. Immerhin konnte sie am 2. Januar schon nach einer halben Stunde bis zum Schalter vordringen.

Aber auch das kann die Pressesprecherin erklären, zum Beispiel mit der Portoerhöhung: Weil viele Kunden noch einen Vorrat an alten 55-Cent-Marken hätten, strömten sie jetzt zuhauf in die Postbank-Finanzzentren zwecks Ankauf von Drei-Cent-Ergänzungsmarken, um die Lücke zum neuen Tarif zu schließen. Daneben sorgten Zinsgutschriften bei Sparbüchern für Andrang: „Das ist für unsere Kunden nicht befriedigend“, weiß Iris Laduch-Reichelt, „und das tut uns auch leid.“

Kunden waren schon weg

Die Not wäre vielleicht etwas zu lindern mit einem Wartemarken-System, meint Helga Pasch. Vor einigen Jahren funktionierte das noch im Kapuziner Karree: Man zog eine Nummer, konnte mit Blick auf die Anzeigentafel die Wartezeit abschätzen und noch schnell zum Bäcker laufen oder zumindest im Sitzen warten. Dann aber testete die Postbank bundesweit allerlei Varianten des Wartens und kam schließlich zur guten alten Schlange zurück. Das Markensystem habe sich in der Praxis nicht bewährt, erklärt Iris Laduch-Reichelt, weil die aufgerufenen Kunden oft schon weg seien. Trotzdem müssten die Mitarbeiter am Schalter eine angemessene Zeit auf ihr Erscheinen warten – und die übrige Kundschaft warte mit.

„Anderswo funktioniert das doch auch“, wundert sich Helga Pasch und verweist zum Beispiel auf die Stadtverwaltung. Das sei jedoch wegen eines ganz anderen Kundenkreises nicht vergleichbar, hält die Postbank-Sprecherin dagegen: Wer etwa seinen Ausweis verlängern wolle, müsse wohl oder übel bis zu seinem Aufruf warten. Bei der Post gibt der Kunde wohl schneller auf.

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