Aachen - Elite-Professor unzufrieden mit Eurogress

Elite-Professor unzufrieden mit Eurogress

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
7499690.jpg
Zeigt sich von der Attacke überrascht: Geschäftsführerin Kristina Wulf. Foto: Harald Krömer
7499689.jpg
Fühlt sich im städtischen Eurogress nicht gut aufgehoben: Prof. Günther Schuh. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Kritik ist nicht zum ersten Mal zu vernehmen, aber sie wird lauter. Aachens Eliteuni ist unzufrieden mit dem städtischen Veranstaltungszentrum Eurogress. Prof. Günther Schuh, einer der vier Direktoren des weltweit renommierten Werkzeugmaschinenlabors WZL, dachte jetzt in einer Veranstaltung laut darüber nach, mit dem alle drei Jahre vom WZL in Aachen veranstalteten Kolloquium nach Köln zu wechseln.

Grund vor allem: die stark gestiegenen Preise. Aber auch ansonsten fühle er sich im Eurogress nicht gut aufgehoben. An dem hochkarätigen Kolloquium nehmen rund 1300 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft teil. Es findet seit 1984 im Eurogress statt, die 28. Auflage steigt am 22. und 23. Mai. Wiederum im Eurogress, allerdings nur knapp, wenn man Prof. Schuh glauben darf.

Die Preise für das Catering seien dramatisch angehoben worden, um 45 Prozent – und auch das nur nach „heftigsten Verhandlungen“: „Das ist für solche Veranstaltungen nicht mehr machbar.“ Schließlich habe ein derartiges Kolloquium eine enorme Bedeutung für Aachen. Er mache Dutzende Veranstaltungen pro Jahr, die günstiger in Köln stattfinden könnten. Es sei ohnehin schwierig, derartige Fachkongresse in Aachen anzusiedeln und auszubauen, weil diese kaum kostendeckend seien.

Deshalb dürfe das Eurogress nicht „monopolistisch und willkürlich“ die Preise treiben: „Beim Abwandern solcher Veranstaltungen würde Aachen einen fundamentalen strategischen Fehler machen. Ich kann nicht erkennen, dass die Hochschule in die Entwicklung vernünftig eingebunden ist.“ Schließlich wolle die RWTH mit den Campus-Projekten die Kongress- und Tagungsfrequenz massiv ausbauen: „Wir haben alles getan, um möglichst viel nach Aachen zu ziehen.“

Verstimmt ist der Inhaber des Lehrstuhls für Produktionssystematik auch darüber, dass mit ihm nicht über mögliche Ausbaupläne gesprochen worden ist: „Wir brauchen einen produktiven Dialog.“ Kristina Wulf, die Geschäftsführerin des Eurogress, zeigte sich überrascht über die Attacke. Sie verweist darauf, dass die Raummieten in dem Veranstaltungszentrum nur moderat, um fünf bis zehn Prozent, und auch das nur alle zwei Jahre, erhöht würden.

Bei den Gesprächen zwischen WZL und dem neuen Caterer habe man zwar dabeigesessen, sei aber am Ende nach ihrem Wissensstand einvernehmlich auseinandergegangen. „Ich weiß, dass wir eine Lösung gefunden haben.“

„Den richtigen gefunden“

Schließlich habe es mit der alten Gastronomie erhebliche Unzufriedenheit gegeben: „Wir glauben, dass wir den richtigen Caterer gefunden haben. Wer mehr Service erwartet, muss auch mehr zahlen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert