Eklat im Aufsichtsrat: Appel lässt sich nichts schenken

Von: Alfred Stoffels
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Aachen. Zu einem mittelprächtigen Eklat ist es bei der jüngsten Sitzung des Apag-Aufsichtsrats gekommen. Als Roland Jahn, Ratsherr der Grünen und Vorsitzender des Gremiums, den langjährigen Geschäftsführer Hans-Peter Appel zum Ende seiner Laufbahn verabschieden wollte, verbat sich dieser jede Ehrung und nahm auch das mitgeführte Geschenk nicht entgegen.

Peinlich berührt rutschten die Mitglieder des Kontrollorgans auf ihren Sitzen herum, doch alle Vermittlungsversuche schlugen fehl - unversöhnt schritten die Hauptpersonen von dannen.

Ein offenes Geheimnis

Dass es zwischen dem Manager Appel, zugleich Chef der Aseag, und dem Aufseher Jahn schon länger kriselte, war offenes Geheimnis. Unter anderem konnten sich die beiden nicht darauf verständigen, wie die Appel-Nachfolge bei der Parkhausgesellschaft Apag zu regeln sei, der Streit darüber wurde zunehmend heftiger ausgetragen. Am Montag dann der dramatische Höhepunkt - nichts ging mehr.

„Merkwürdiger Führungsstil”

Appel zu seinen Beweggründen: „Herr Jahn hat einen merkwürdigen Führungsstil. Eine konstruktive Zusammenrabeit war nicht möglich, was ich sehr bedauere. Aber wenn das so ist, muss ich mich am Ende nicht ehren lassen von ihm und eine große Abschiedsrede anhören. Ich weiß selbst, was ich geleistet habe.” Der Kommunalpolitiker Jahn, zugleich Vorsitzender des Verkehrsausschusses, übernahm den Vorsitz im Apag-Aufsichtsrat mit Antritt der schwarz-grünen Koalition vor gut einem Jahr, als Nachfolger von Astrid Stöbele, SPD (Appel: „Mit ihr war ein ganz anderes Arbeiten”). Auch Jahn erklärte am Dienstag gegenüber den „Nachrichten”, mit ihm und Appel sei es nicht gut gelaufen, „aber ich habe mich immer um einen offenen Umgang bemüht”.

Endgültig zerschnitten sei das Tischtuch wohl gewesen, als Appel angeboten habe, noch über den Ruhestandstermin 1. Januar 2011 hinaus in Apag-Diensten zu bleiben, bis zur Installation eines Nachfolgers. Diese Idee sei im Aufsichtsrat aber „nicht mehrheitsfähig” gewesen, was er Appel mitgeteilt habe. Jahn: „Auch ich bin der Ansicht, dass ein gewisser Schnitt gemacht werden muss, wenn neue Leute kommen.”

Im Übrigen sei Appel „eine Super-Arbeit in schwierigen Zeiten” zu bescheinigen; umso betrüblicher sei der Vorgang in der jüngsten Aufsichtsratssitzung gewesen, „es hat mir wirklich leid getan und es hat mich emotional betroffen. Aber ich habe ein gutes Gewissen”.

Keine Doppelspitze

Seine verbale Danksagung konnte Jahn in der Aufsichtsratssitzung noch so gerade an den Mann bringen, den Gutschein über eine Flasche Rotwein aber nicht mehr. „Den können Sie behalten”, sagte Appel - und seither grübelt Jahn: „Was mache ich jetzt damit?”

Was die neue Apag-Geschäftsführung angeht, so ist man übereingekommen, „nicht aus der Hüfte zu schießen” (Jahn), sondern den längeren Weg zu nehmen: Die Stelle wird (intern) ausgeschrieben, eine eigens gebildete Personalkommission soll sich mit den Bewerbungen befassen. Gesucht wird jetzt nur noch ein Kandidat, nachdem sich Jahn von seiner ursprünglich favorisierten Doppelspitze verabschiedet hat.

Appel ist eh der Ansicht, dass die Apag auch in Zukunft vom Aseag-Chef mitgeleitet werden kann. Das sieht Jahn ganz anders: „Wir müssen die Aufgaben trennen, um der Apag mehr Gewicht im Konzern zu geben.”

Außerdem gebe es einiges zu stemmen in nächster Zeit: Die Querelen ums Tivoli-Parkhaus seien immer noch nicht beendet, und der Abriss des Büchel-Parkhauses stehe ebenfalls nach wie vor auf der Tagesordnung.
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