Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Einstimmig für die neue Galerie

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
kaiser_bu
Die Grundstücke Adalbertstraße 74, 76 und 78 (hinter ehemals Philipp Leisten) fehlen dem Investor, sie müssen umbaut werden.

Aachen. Nur ein Projekt in Aachen habe es jemals gegeben, das ähnliche städtebauliche Dimensionen erreichte wie die geplante Kaiserplatz-Galerie, meinte ein wenig schelmisch ein Teilnehmer im Planungsausschuss, der dem Denkmalschutz zuzuordnen ist: „Das war vor 1200 Jahren der Dom Karls des Großen.”

Gelächter folgte und fröhliche Mutmaßungen, wie denn der Durchführungsvertrag für das Bauwerk mit dem kaiserlichen Bauherrn ausgesehen haben möge.

Mit letzten Änderungen brachten der Verkehrs- und der Planungsausschuss einstimmig das Projekt Kaiserplatz-Galerie (240 Millionen Euro) auf den Weg. Geändert wurde: Erstens soll der Aachener Investor Hans Kahlen mit dem Projektentwickler und späterem Betreiber der Shopping Mall, der Hamburger ECE-Gruppe, 1800 Quadratmeter Wohnraum mehr als bisher verlangt neu bauen.

Sie sollen im Suermondtviertel oder zumindest im inneren Alleenring spätestes fünf Jahren nach Rechtskraft des Baubeschlusses (er soll am 18. Februar im Stadtrat gefasst werden) begonnen werden. 1200 Quadratmeter neuer Wohnraum - rund 80 Wohneinheiten fallen durch die Galerie weg - war bislang die Auflage, jetzt sind es insgesamt 3000, eine Zahl, der allerdings alle Fraktionen zustimmten.

Zweitens sollen die jetzt festgelegten Baulinien des Galerieneubaus auch später eingehalten werden, dann, wenn die noch ausgesparten Grundstücke an der kleinen Adalbertstraße mit den Nummer 74, 76 und 78 - hier gibt es bislang keine Übereinkunft mit den Inhabern - eventuell nachträglich einbezogen werden.

Drittens, das hängt zusammen, wurde festgelegt, dass die durch die Baulücken sichtbare Brandmauer der Mall „hochwertig” gestaltet wird. Viertens werden Fahrradstellplätze im Erdgeschoss festgeschrieben, fünftens soll der Eingangsbereich des geplanten Fahrstuhls vom Adalbertsberg hinunter zur Adalbertstraße „transparent”, heißt gut einsehbar, gestaltet werden.

Und sechstens ist auch das Problem „Jobticket” der Aseag, bei dem die CDU Bauchschmerzen hatte, vom Tisch. Nicht das umweltfreundliche Ticket selbst. Man fand dafür eine schlaue Finanzierungsmöglichkeit. 100.000 Euro zahlt der Investor in einen städtischen Topf, aus der die Tickets zunächst finanziert werden.

Dann können mit den einzelnen Geschäftsleuten in der Mall weitere Abkommen geschlossen werden. Kleine Einschränkungen muss der Investor auch oben auf dem Dach in Kauf nehmen: Hochragende Antennen sind untersagt und die endgültige Höhe der Mall darf nur um drei Meter abweichen, zehn waren in den Plänen vorgesehen.

Ein Problem muss allerdings bis „eine Minute vor der entscheidenden Ratssitzung”, so Baudezernentin Gisela Nacken am Donnerstag, vom Tisch sein. Dann nämlich muss Kahlen den Besitz des ehemaligen Eckgrundstücks „Philipp Leisten” nachweisen - ohne das wird es alles nichts mit der Top-Galerie.

Meinungsunterschiede gab es um das Reiterdenkmal am Kaiserplatz. Der reitende Kaiser muss wegen Verkehrsmaßnahmen versetzt werden. Ob der Sockel dann Stufen erhält oder nicht, konnte mit 10 Ja- gegen 10 Nein-Stimmen am Donnerstag nicht geklärt werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert