Aachen - Einkaufsmeilen: Aachen noch gut platziert

Einkaufsmeilen: Aachen noch gut platziert

Von: Achim Kaiser
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Jährliche Erhebung: Die Kunde
Jährliche Erhebung: Die Kundenfrequenz in der Adalbertstraße ist zwar weiter rückläufig, dennoch schneidet sie im landesweiten Vergleich noch gut ab und rangiert knapp in den Top Ten. In der Liste der vergleichbar großen Städte belegt sie Rang 5. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Adalbertstraße belegt bei einer aktuellen Passantenfrequenzzählung im Vergleich mit ähnlich großen bundesdeutschen Städten einen beachtlichen fünften Rang. Das erstaunt auf den ersten Blick umso mehr, da ja die untere Adalbertstraße wegen des Gerangels um das - mittlerweile scheinbar gekippten - Großprojekts „Kaiserplatzgalerie” nicht mehr konkurrenzfähig ist.

Die Umfrage ist im Auftrag des renommierten Finanz-, Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen im Immobilienbereich Jones Lang LaSalle am Samstag, 21. April 2012, in der Zeit zwischen 13 und 14 Uhr gemacht worden.

In der (oberen) Adalbertstraße wurde in dieser Stunde 5155 Passanten gezählt. Damit ist Aachen in Nordrhein-Westfalen mit Rang 9 in den Top Ten platziert. Bundesweit liegt die traditionelle Aachener Einkaufsmeile auf Platz 44.

„Die Zahlen sind seriös. Die Umfrage zeigt, dass Innenstädte nach wie vor attraktiv sind, das gilt auch für Aachen”, sagt der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Manfred Piana. Die jährlich durchgeführte Erhebung ist mit insgesamt rund 700 000 gezählten Passanten die umfangreichste ihrer Art und beruht auf der zeitgleichen Ermittlung der Passantenströme in den 170 Top-Einkaufsstraßen Deutschlands.

„Insgesamt zeichnet die aktuelle Zählung ein stabiles Bild. Mehr als 80 Prozent der 50 bestfrequentierten Lagen waren auch 2011 Bestandteil dieser Gruppe,” erklärt Doris von Muschwitz, Kundenbetreuung Vermietung und Verwaltung Deutschland bei Jones Lang LaSalle. Allerdings bleiben die aktuellen Zahlen mit bundesweit knapp 700 000 gezählten Passanten hinter dem Vorjahr (740 000) und dem Mittelwert der vergangenen fünf Jahre zurück.

Doris von Muschwitz führt dies nicht ausschließlich auf die in diesem Jahr nicht unbedingt zu Shoppingtouren einladende Wettersituation zurück: „Unser Zählergebnis deckt sich durchaus mit Stimmen aus dem Handel, die trotz anhaltend guter Konsumnachfrage leicht rückläufige Frequenzen in ihren Shops beobachten.” Die Euro-Krise sorge für unsichere Rahmenbedingungen, die nicht spurlos am Handel vorübergegangen seien, so von Muschwitz.

Auch in Aachen ist die Passantenzahl rückläufig. Im vergangenen Jahr lag die Adalbertstraße mit 6645 Passanten pro Stunde bundesweit noch auf Rang 30. Der Durchschnittswert der Jahre 2003 bis 2012 mit 7281 Passanten zeigt sogar, dass die Kundenfrequenz für die Aachener Top-Einkaufsmeile in den letzten Jahren sogar in zweistelligen Prozentzahlen gesunken ist.

Das bestätigt auch Manfred Piana und nennt einige Gründe: „Die Bevölkerung wird älter. Die Verkaufsfläche ist bei stagnierender Kundenzahl weiter gewachsen. Hinzu kommt das wachsende Angebot des E-Commerce, das dem stationären Handel Probleme bereitet. Und nicht zu vergessen sind die steigenden Energiepreise, sprich Benzinkosten. Längere Fahrten in die Innenstadt werden nicht mehr so oft gemacht.”

Dennoch, so Piana, schneide, Aachen im bundesweiten Wettbewerb mit vergleichbaren Städten passabel ab: „Diese Umfragen sind sicher Momentaufnahmen, aber wenn wir den langfristigen Schnitt betrachten, stehen wir gut da.”

Da hat Piana Recht. Denn trotz der gesunkenen Kundenfrequenz liegt die Adalbertstraße mit 7281 Passanten pro Stunde als Durchschnittswert für die Jahre 2003 bis 2012 landesweit auf Platz 5. Vor ihr liegen nur Köln (Schildergasse, 14 369 Passanten), Dortmund (Westenhellweg, 10 803), Münster (Ludgeristraße, 8687) und Düsseldorf (Flinger Straße 7323).

Die Frankfurter Einkaufsmeile Zeil ist Deutschlands meistbesuchte Einkaufsmeile. In Spitzenzeiten zieht die Lage stündlich 13.120 Besucher an. Die Kölner Schildergasse als bisheriger Spitzenreiter (12.930) und die Kaufingerstraße in München (11.820) komplettieren das Spitzentrio bei der Umfage von Jones Lang LaSalle.

Bei den Bundesländern ist Nordrhein-Westfalen das Maß der Dinge. 13 Einkaufsstraßen im bevölkerungsreichsten Bundesland erzielen Frequenzen oberhalb von 5000 Passanten pro Stunde.

Landesweit ist Köln (Schildergasse, 12.930) spitze, gefolgt von Düsseldorf (Flinger Straße, 10.150), Dortmund (Westenhellweg, 9540), Münster (Lugeristraße 9420), Bielefeld (Bahnhofstraße, 8515), Essen (Kettwiger Straße, 5680), Paderborn (Westernstraße, 5490) und Siegen (Am Bahnhof, 5480). Aachen belegt Platz 9 (Adalbertstraße, 5155). Letzter in der Top-Ten-Rangliste ist Bonn (Poststraße, 5100).

Die Passantenfrequenzen seien ein wichtiger Indikator für die Umsatzchancen, sagt Doris von Muschwitz, Kundenbetreuung Vermietung und Verwaltung Deutschland bei Jones Lang LaSalle: „Sie ergänzen die Aussagekraft gängiger Kriterien wie der Zentralitäts-, Umsatz- oder Kaufkraftkennziffer und tragen zum schlüssigen Gesamtbild einer Einkaufsmeile bei. Gerade für internationale Handelsunternehmen, die nach wie vor verstärkt nach Deutschland expandieren, sind Frequenzen ein wichtiges Kriterium für den bundesweiten Standortvergleich.”

Jones Lang LaSalle ist ein Finanz-, Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen im Immobilienbereich. Das Unternehmen bietet integrierte Dienstleistungen für Eigentümer, Nutzer und Investoren, die im Immobilienbereich Wertzuwächse realisieren wollen. Es ist weltweit mit über 200 Büros vertreten und in mehr als 1000 Städten in 70 Ländern tätig. Der Jahresumsatz in 2010 betrug 2,9 Milliarden US-Dollar.

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