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Einhard-Gymnasium bei „Formel 1 in der Schule”

Von: jpm
Letzte Aktualisierung:
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Martin Stertz, Alexander Zurhelle, Stefanie Stemmer, Marvin Lambertus und Alexander Klein vom Einhard-Gymnasium entwickelten die „Roten Baron”, einen Modellflitzer aus Balsa-Holz. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Handelsübliche Waschmaschinen? Wie sie auf diesen Teamnamen, abgekürzt HÜW, gekommen sind, wissen die sechs Schüler vom Einhard Gymnasium selbst nicht so genau. Fakt ist jedenfalls, dass ihr Produkt gar nichts mit den klobigen Haushaltsgeräten zu tun hat. Das Team HÜW nämlich entwickelte den „Roten Baron”, einen Rennboliden. Und der soll geräuschlos, dafür aber pfeilschnell unterwegs sein.

Und den HÜWlern eine siegreiche Teilnahme an der Landesrunde von „Formel 1 in der Schule” bescheren. „Es wäre schon bitter, wenn das nicht hinhaut”, sagt Marvin Lambertus, zuständig für das Design. Allerdings, so richtig rechnet der Elftklässler damit nicht.

Das Werk der F1-Konstrukteure: Ein knallroter Miniflitzer aus Balsaholz, am PC entwickelt und am Institut für Gesteinshüttenkunde (GHI) der RWTH per Hightech-Fräse aus der Theorie in die Wirklichkeit geholt. Das Budget im niedrigen vierstelligen Bereich wurde unter anderem von den „Nachrichten” gesponsert.

18 Meter in der Sekunde

Wie viele, oder besser, wie wenige Sekunden der Flitzer braucht, um die Wettbewerbsstrecke entlang zu düsen, hängt stark von der Aerodynamik ab. Denn den Motor ersetzt eine CO2-Patrone, die nur für Sekundenbruchteile Schub gewährt. Danach liegt alles an Reibung, Gewicht und eben dem Luftwiderstand. Ein Richtwert für die 32 NRW-Teams: 18 Meter in der Sekunde. Also deutlich mehr, als ein PKW im normalen Stadtverkehr zurücklegt.

„Ahnung von Aerodynamik hatten wir anfangs nicht”, gibt Konstrukteur Alexander Zurhelle zu. Hilfe gab es erneut von der RWTH, diesmal am Aerodynamischen Institut (AIA). Kraftmesser im Windkanal zeigten, dass eine lange Nase und ein langes Heck von Vorteil sind - selbst wenn diese das Gewicht erhöhen. Ebenfalls wichtig: Vertikale Aufsätze an den Seiten des Frontspoilers, um den Luftstrom zu kanalisieren.

Auch die Räder wurden bis ins Detail ausgetüftelt. Zwei Grundprinzipien, die die Einhard-Schüler recherchierten: Verteilung der Masse nach außen erhöht den Drehimpuls der Räder, Verzicht auf Schmieröl verringert die Reibung der Kugellager.

Mit derlei Kenntnis gewappnet will HÜW es zunächst zum Bundesentscheid in Hannover bringen. Für den deutschen Meister geht es aufs internationale Parkett. Denn in der ganzen Welt haben Schüler zwischen elf und 18 Jahren in den letzten Monaten an ihren Boliden gefeilt. Den Pokal für den Weltmeister stiftet Formel-1-Boss Bernie Ecclestone.

Der Weg dorthin führt übrigens nicht allein über halsbrecherischer Geschwindigkeit. Sieger wird, wer das Gesamtpaket aus Technik, Teamleistung und Außendarstellung am kompaktesten geschnürt hat.

Neben der akribischen Arbeit, die hinter dem Roten Baron steckt, weiß Produktionsingenieurin Stefanie Stemmer noch ein simpleres Argument für sie und ihre Mitstreiter: „Wir haben das komplette Regelwerk gelesen. Das sind mehr als 20 Seiten.”
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