Eine Portion Grün für Kapstadt

Von: Margot Gasper
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Spenden für das Klimaticket Aachen-Kapstadt haben ermöglicht, dass in Kapstadt 1200 Quadratmeter Boden bewirtschaftet werden können.

Aachen. Es ist ein zartes Pflänzchen, aber es gedeiht prächtig. 1800 Euro sind in einem Jahr für das Klimaticket Aachen-Kapstadt gespendet worden, von Menschen, die mit ihrer Spende den klimaschädlichen CO<hochtief>2</hochtief>-Ausstoß einer Flugreise - oder ihres Autos - kompensieren wollen.

1800 Euro, das klingt erst mal nicht so gewaltig. Aber mit diesem Geld können im südafrikanischen Kapstadt zwölf Kleinfarmer und ihre Familien ein ganzes Jahr lang Gemüse anbauen und ernten. Mit 1800 Euro können 1200 Quadratmeter Boden bewirtschaftet werden. Mehr als 700 Kilo Bio-Gemüse werden darauf in einem Jahr für Eigenverbrauch und Verkauf gezogen.

Vor einem Jahr wurde das Klimaticket Aachen-Kapstadt offiziell vorgestellt. Im „Nachrichten”-Gespräch zogen nun zwei Vertreterinnen der Agenda-Partnerschaft Aachen-Kapstadt eine erste Bilanz des Projekts: Gabriele Schütz-Lembach vom städtischen Fachbereich Umwelt und Josefine Ebel von Inwent (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH).

Einmal Mallorca und zurück

Das Prinzip Klimaticket ist ebenso einfach wie einleuchtend: Fliegen schadet der Umwelt. Pro Flugkilometer und Passagier gelangen rund 250 Gramm Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre und tragen zur Erderwärmung bei. Wer mitmacht beim Klimaticket, spendet fünf Euro je Flugstunde. Wer also einmal Mallorca und zurück bucht und dafür 20 Euro ans Klimaticket spendet, der finanziert damit 110 Quadratmeter Garten in Kapstadt. Wer für einen Flug nach Kapstadt 130 Euro spendet, lässt sogar 750 Quadratmeter grünen und blühen. Die Schulung der Gärtner und die Pflanzen sind da schon mit eingerechnet.

Die gesamte finanzielle Abwicklung wird mit ehrenamtlichem Einsatz über den Agenda-Förderverein abgewickelt. Die Spenden aus Aachen fließen deshalb zu 100 Prozent nach Kapstadt. Partner vor Ort ist das Projekt Abalimi. Der Verein arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich mit Menschen in den ärmsten Vierteln der Stadt und leitet sie an, Beete anzulegen, zu pflanzen, zu ernten und zu verarbeiten.

Gabriele Schütz-Lembach hat sich selbst vor Ort angesehen, wie prächtig mitten in den Townships von Kapstadt Mangold, Süßkartoffeln, Karotten, Auberginen, Tomaten oder Paprika gedeihen. Mit einem kleinen Garten sichern die Familien ihr eigenes Überleben, geben den Nachbarn etwas ab und können ihre Überschüsse sogar vermarkten. So entstehen auch Jobs in Gebieten mit riesiger Arbeitslosigkeit. „Die Gärten sind gut fürs Mikroklima, und durch die regionale Vermarktung des Gemüses wird auch klimaschädliches CO2 vermieden”, freut sich Schütz-Lembach.

Immer noch ist das Klimaticket Aachen-Kapstadt das einzige Projekt seiner Art auf lokaler Ebene. Den Akteuren in Aachen geht es jetzt darum, weitere Unterstützer zu gewinnen. Vielleicht, so hofft Josefine Ebel, wird sich auch die eine oder andere Firma für die Klima-Initiative begeistern: „In Kapstadt ist noch viel Platz für viele Gärten.” „Und es wäre schön, wenn zum Beispiel Aachener Reisebüros ihre Kunden auf unser Projekt hinweisen würden”, sagt Schütz-Lembach.

Alle Unterstützer des Klimatickets erhalten neben einer Spendenbescheinigung auch ein Klimazertifikat und ein Foto „ihres” Gartens. Und Aachener, die im Sommer zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Südafrika fliegen und fürs Klimaticket spenden, hätten in Kapstadt sogar die Chance, das Stückchen Grün zu besuchen, das sie mitfinanziert haben.
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