Aachen - Eine Porsche-Schau zum Geburtstag

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Eine Porsche-Schau zum Geburtstag

Von: Daniel Gerhards
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Seit 20 Jahren stellt Paul Günter Lang Modellautos her. Die schönsten sind im firmeneigenen Minichamps-Museum zu bewundern. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Der silberne Porsche „Nummer 1” würde bequem auf eine Handfläche passen. Doch das 1:43-Modell des silbernen Cabriolets darf niemand anfassen. Der große Bruder des Modells war der erste Porsche, der über Deutschlands Straßen rollte. Nun widmete der Aachener Modellbauer Minichamps dem traditionsreichen Sportwagenhersteller die zweite Ausstellung im Modellbaumuseum.

Diese Ausstellung startet pünktlich zum 20. Geburtstag der Firma Minichamps. Rund 95 Prozent aller Porsche-Straßenmodelle und 70 Prozent der Sportwagen hat das Aachener Unternehmen bereits nachgebaut.

1990 startete Paul Günter Lang die Serienproduktion der kleinen Flitzer mit einem Audi V8 von Hans-Joachim Stuck. Mittlerweile hat sich daraus eine echte Erfolgsgeschichte entwickelt. Bis heute hat die Firma 30 Millionen Modellfahrzeuge in 15.000 verschiedenen Varianten produziert.

Die Modelle sind limitiert: Die Auflage bewegt sich meist zwischen 500 und 3000 Stück. Sie werden in 50 Länder exportiert, die meisten gehen nach Japan und England. Einige der originalgetreu nachgebauten Autos haben mittlerweile einen enormen Sammlerwert. Über 2000 Euro wurden bereits für ein Minichamps-Modell gezahlt. Im Spielwarenhandel kosten Mini-Fahrzeuge zwischen 25 und 35 Euro.

Ein echter Höhepunkt der Firmenhistorie ist für Paul Günter Lang der „Exklusivvertrag” mit Michael Schumacher. Nach seinem ersten Formel-1-Sieg in Spa-Francorchamps baute Lang die Boliden Schumachers nach. „Das war enorm erfolgreich. Michael Schumacher hat in Deutschland eine Rennsportlawine losgetreten”, sagt Lang.

1995 produzierte Minichamps die Modelle aller Formel-1-Teams exklusiv. Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung sind die Neubauten von Serienfahrzeugen. „Wir bekommen die Unterlagen zu den neuen Fahrzeugen der Autoindustrie neun Monate vor der Präsentation im Markt”, sagt Lang.

Die Liebe für die Modellautos entwickelte Paul Günter Lang im Handelsunternehmen seiner Familie. Die Aachener Firma Danhausen vertrieb seit dem Wirtschaftswunder technisches Spielzeug. Anfang der 1970er Jahre wurde Lang auf englische Zinnbausätze von Autos aufmerksam. Er importierte sie und brachte 1973 den ersten Katalog mit 1000 Modellautos auf den Markt.

Besonders spannend war für den Minichamps-Gründer der Produktionsstart in Hongkong. „Wir sind in die Sonderwirtschaftszone gegangen. Das war nicht ganz einfach. In China kannte man den Unterschied zwischen Spielzeug und Sammlerstücken nicht”, erklärt Lang. Dort mussten neue Qualitätsmaßstäbe eingeführt werden. Noch heute werden die kleinen Modelle in Handarbeit hergestellt. Und die Produktion in China läuft weiter auf qualitativ hohem Niveau. „Wir waren Pioniere in China. Uns ist die ganze Branche gefolgt”, erklärt Lang.

Nach erfolgreichen 20 Jahren hat Paul Günter Lang auch noch Ziele für die Zukunft. Er führt das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Romy Lang - beide sind Geschäftsführer und Inhaber. In dem „stagnierenden Markt” wolle man sich „weiter behaupten”.

Der erfahrene Modellbauer ist auch offen, um neue Dinge auszuprobieren. Dabei setzt er auch auf die Ideen seines Sohns Maximilian, der ebenfalls im Unternehmen arbeitet. Paul Günter Lang: „Die Elektronik hat dem technischen Spielzeug den Rang ablaufen. Aber irgendwann schlägt das Pendel auch wieder um.”
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