Eine Liebesgeschichte auf der Datenautobahn

Von: Grit Schorn
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Nah und doch fern: Eine tiefe
Nah und doch fern: Eine tiefe Kluft trennt die Liebenden Emmi (Solveig August) und Leo (Timo Hübsch), die sich im Internet begegnen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wer sich bereits bei „Gut gegen Nordwind” amüsiert hat, kann sich jetzt auf die turbulente Fortsetzung mit dem Titel „Alle sieben Wellen” im Grenzlandtheater freuen.

Wie in einem Briefroman tauschen sich Emmi und Leo aus, allerdings nicht auf handgeschriebenem Büttenpapier, sondern im Internet. Die beiden Chat-Partner kamen sich im ersten Teil schon gefährlich nahe, doch das ersehnte Treffen draußen, „in der Wirklichkeit”, kam nicht zustande.

Temperamentvolles Paar

Wie schon im „Nordwind” spielen Solveig August und Timo Hübsch wieder das temperamentvolle Paar, das zueinander strebt, sich aber auf der elektronischen Datenautobahn immer wieder verirrt. Inzwischen ist Leo wieder aufgetaucht und lebt in Boston, hat aber eine Freundin namens Pamela... Allein schon der Name bringt die eifersüchtige Emmi in Weißglut.

Die Probeszenen im Grenzlandtheater demonstrieren beider ungebrochenes Liebesverlangen ebenso wie die tiefe Kluft (auch im Bühnenbild), die sie voneinander trennt.

Erneut inszenieren Uwe Brandt und Anja Junski gemeinsam das Glattauer-Stück, das leichthändig und charmant, aber wohl auch tiefer schürfend eine Liebesgeschichte von heute serviert, die jung und alt bezaubern soll. Schöne Dessous soll es diesmal nicht nur für Emmi geben, sondern „auch für Leo”, wie Intendant und Regisseur Brandt augenzwinkernd anmerkt.

Kein „billiges Happy End”

Die Probeszene, in der sich Emmi und Leo sich im wahren Leben begegnen, verläuft spannend, aber zunächst schweigend. Das Theater will nicht zuviel verraten, doch ein „billiges Happy End” wird es wohl nicht geben. Spritzige Dialoge, ausgefeilte Szenen, Ironie und Romantik - hier werden die Internet-Botschaften zum gesprochenen Wort. Emmi, die immer noch mit Bernhard verheiratet ist, teilt Leo mit: „Du lebst dein Leben. Ich lebe mein Leben. Und den Rest leben wir gemeinsam.”

Was die „siebente Welle” bedeutet, gehört ebenfalls zu den Überraschungen, mit denen die Zuschauer konfrontiert werden. Auch wer den ersten Teil („Gut gegen Nordwind”) versäumt hat, kann der Fortsetzung problemlos folgen, verspricht Regisseur Uwe Brandt.

Die Aufführung dauert 140 Minuten inklusive Pause.

Premiere ausverkauft, aber weitere Termine

Die Premiere von Daniel Glattauers Stück „Alle sieben Wellen” ist am Sonntag, 30. Oktober, im Aachener Grenzlandtheater in der Elisen-Galerie am Friedrich-Wilhelm-Platz. Beginn 20 Uhr. Die Premiere ist ausverkauft.

Es gibt noch Karten für die weiteren Aufführungen im Grenzlandtheater bis 30. November. Danach Vorstellungen an Spielorten der Region. Karten-Telefon: 0241/4746111 .

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