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Eine Erfolgsgeschichte mit reichlich Engagement

Von: Martina Stöhr
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Aufwärmübungen: Auch ohne ih
Aufwärmübungen: Auch ohne ihren Leiter wissen die jungen Schauspieler vom Rohestheater, was zutun ist. In der Frühlingssonne machen sie sich für die Proben locker. Fotos (2): Harald Krömer Foto: Harald Krömer

Aachen. „Diesmal ist alles anders”, sagt Eckhard Debour. Während er sich sonst immer gegen klassisches Sprechtheater wehrte, zeigt er jetzt mit „Heilige Schlachthöfe - Ein Stück Brecht” etwas, was all seinen bisherigen Überzeugungen widerspricht.

„Aber eben das muss auch mal sein”, meint der 52-Jährige. „Wir unternehmen den Versuch in einer Zeit, in der das Theater und die darstellenden Künste sich überwiegend im allgemein Menschlichen tummeln, den Anforderungen unserer Zeit gemäß Politisches auf die Bühne zu bringen”, führt er weiter aus. Die Vorbereitungen zur bereits jetzt ausverkauften Premiere am Freitag, 23. März, laufen auf Hochtouren.

Die jungen Schauspieler des Rohestheater vom Mies-van-der-Rohe-Berufskolleg opfern gemeinsam mit dem technischen Team ein ums andere Wochenende, um den Erfolg der Produktion zu garantieren. Und da damit gleichzeitig das 20-jährige Jubiläum des Schülertheaters gefeiert wird, sind sie mit besonderem Ehrgeiz bei der Sache.

„Als ich vor 20 Jahren anfing Schülertheater am Berufskolleg zu machen, da hieß es: Macht das denn überhaupt Sinn?”, erzählt Debour. Im Laufe der Jahre belehrte er die Skeptiker eines Besseren.

Heute hat sich das Rohestheater auch über Aachen hinaus einen Namen gemacht. Über 200 Aufführungen, an die 500 Mitwirkende und unzählige Reisen zu Festivals können inzwischen auf dem Konto des Schülertheaters verbucht werden. Und darauf ist der Pädagoge Eckhard Debour sichtlich stolz.

„Wir hatten nichts, als wir angefangen haben”, erinnert er sich. Dann kam die erste transportable Lichtanlage, später Vorhänge und inzwischen verfügt das Rohestheater über eine nahezu professionelle Ausstattung.

Die Stahlbühne für die aktuelle Produktion wurde in den Werkstätten der Schule gefertigt. Und darüber ist Debour sehr froh, denn ohne Unterstützung gehe es nicht, meint er. Die gute Seele des Theaters sei der Hausmeister, Wilfried Schumacher.

„Ohne ihn und sein Engagement wäre das Theater nichts”. Auch den Schülern wird eine Menge abverlangt. Denn die Schulstunden des Literaturkurses reichen bei weitem nicht aus, um die Arbeit zu bewältigen, die getan werden muss. „Lernort Schule”, nennt Debours das Stichwort und führt aus, wie viel die jungen Schauspieler bei ihrer Arbeit fürs Leben lernen.

Sie sind so selbstständig, dass sie das „Warming Up” vor den Proben auch alleine hinkriegen. Sie nutzen das schöne Wetter und stellen sich in einen Kreis: Sie hüpfen wie die Kängurus und formen ihren Mund zu Stimmübungen.

Danach wirds ernst: Auf der Bühne werden Monologe geübt und Lichteinstellungen korrigiert. Bis zur Premiere ist nicht mehr viel Zeit. Eckhard Debour ist zufrieden. Er freut sich, dass es an seiner Schule eine so große Unterstützung für das Theaterspiel gibt. An anderen Schulen werde das Theater eher stiefmütterlich behandelt, bedauert er.

Am Mies-van-der-Rohe-Berufskolleg jedenfalls kommt der Theaterkurs gut an. Der Beweis: In jedem Jahr sind auch immer wieder Ehemalige mit von der Partie.

Ausverkaufte Premiere, weitere Vorführungen

„Heilige Schlachthöfe - Ein Stück Brecht” hat am Freitag, 23. März, Premiere. Sie ist bereits ausverkauft. Weitere Vorführungen in der Aula des Mies-van-der-Rohe-Berufskollegs, Neuköllner Straße 15, sind am Samstag, 24. März, Freitag, 20. April, Samstag, 21. April, Freitag, 27. April, Samstag, 28. April, Sonntag, 29. April, Donnerstag 10. Mai, Freitag, 11. Mai und Samstag, 12. Mai, jeweils um 20 Uhr.

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