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Eine Chance für junge Arbeitssuchende

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Chance genutzt: Patrik van Boxmer und Benjamin Schroers (rechts) dürfen sich über einen unbefristeten Arbeitsvertrag in einer Kfz-Werkstatt freuen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Benjamin Schroers hatte auf dem Arbeitsmarkt kaum eine Chance. Der 22-Jährige hat nur einen Förderschulabschluss und traut sich eine weitere schulische Ausbildung ebenso wenig zu wie eine Lehre. Aber von Kindesbeinen an schraubte und montierte er gern, wie er selber erzählt.

In einer Kfz-Werkstatt zu arbeiten, wenn auch nur als Hilfsarbeiter, konnte er sich deshalb sehr gut vorstellen. Im Meisterbetrieb von Roman Grawinkel in Oberforstbach bekam er eine Chance.

Ebenso wie er sind seit 2006 570 Jugendliche aus der Region Aachen über das Programm „Jugend in Arbeit plus” in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt worden. Das Programm ermöglicht jungen Leuten unter 25 Jahren, die sich schwer tun, eine Stelle zu finden, den Einstieg oder Wiedereinstieg ins Berufsleben.

Gefördert wird das Programm durch Gelder des Landes, des Europäischen Sozialfonds und durch Lohnkostenzuschüsse seitens der Argen und Agenturen für Arbeit. Trotz aller Fördergelder sei es aber immer ein Risiko, Jugendliche unter Vertrag zu nehmen, die kaum eine Vorbildung mitbringen, sagt Roman Grawinkel. Oder die - wie Patrick van Boxmer - nach ihrer Lehrzeit keine Stelle mehr finden.

Grawinkel hat sich dennoch darauf eingelassen, die jungen Leute einzustellen, weil er ihnen eine Chance geben will. Denn die zwölfmonatige Förderung sei im Gunde nicht mehr als eine Aufwandsentschädigung für die besondere Aufmerksamkeit, die er den jungen Leuten angedeihen lassen muss.

Mit seinen zwei neuen Mitarbeitern ist er inzwischen aber so zufrieden, dass er ihnen jetzt einen festen, unbefristeten Arbeitsvertrag gab. „Sie sind engagiert, zuverlässig und pünktlich”, lobt er. Für die Verantwortlichen des Programms „Jugend in Arbeit plus” ist das der Beweis, dass sie mit ihrem Förderprogramm auf dem richtigen Weg sind.

Intensive Betreuung

Schwer vermittelbare Jungendliche werden von der Arge und den Arbeitsagenturen an Beratungsstellen wie das Sozialwerk Aachener Christen oder Invia weiter verwiesen.

Dort kümmern sich Betreuer ganz intensiv um die jungen Leute und ihre individuellen Probleme: Drogen, Schulden oder schwierige familiäre Verhältnisse können der Grund dafür sein, dass die jungen Leute auf dem Arbeitsmarkt keinen Fuß fassen. Die Betreuer unterstützen sie dabei, die Schwierigkeiten zu überwinden und die Jugendlichen auf eine Arbeitsstelle vorzubereiten.

Handwerkskammer (HWK) und Industrie- und Handwerkskammer (IHK) helfen bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz. „Wir haben inzwischen einen Stamm an Betrieben, mit denen wir zusammen arbeiten”, erläutert Christa Peters von der HWK. Ganz wichtig aber sei, den jungen Leuten einen Arbeitsplatz zu vermitteln, der ihren Vorstellungen entgegenkommt.

Patrick van Boxmer etwa war während seiner Ausbildung zum Lackierer alles andere zufrieden. „Das Arbeitsklima stimmte nicht”, sagt er, die Hektik setzte ihm zu, und die Arbeit machte ihm einfach keinen Spaß. Heute dagegen gehe er gern zur Arbeit. Bei Roman Grawinkel könne er alles machen - sei es schleifen, lackieren oder andere Arbeiten. Ganz offensichtlich fühlt sich der junge Mann in der Werkstatt rundum wohl.

Nach einer ersten Beratungszeit von maximal neun Monaten werden die jungen Leute vermittelt und dann noch über zwölf Monate individuell begleitet. „So können wir dabei helfen, Startschwierigkeiten in den ersten Wochen oder auch später auftauchende Probleme zu bewältigen”, sagt Christine Kappes vom Sozialwerk Aachener Christen.

Weil Patrick van Boxmer und Benjamin Schroers unter Beweis gestellt haben, dass sie etwas leisten können, dürfen sie sich jetzt über einen unbefristeten Arbeitsvertrag freuen.
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