Aachen - Eine Banane spaziert durch die Stadt

Eine Banane spaziert durch die Stadt

Von: Karen von Schmieden
Letzte Aktualisierung:
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„Freiheit für die Kunst”: Unter diesem Motto und ganz im Zeichen der Banane stand die Eröffnung des mehr als zwei Monate langen Kulturfestivals „across ther border” auf dem Katschhof. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Das dauert nicht lange. Stellen Sie Ihr Fahrrad ab und machen Sie mit. Wie ist es, eine Banane zu sein?” Gute Frage, die Thomas Nolden vom Festivalteam da stellt. Eine Antwort gibt es in Form einer Spontanbanane, für die er Passanten auf den Katschhof lockt.

Zur Eröffnung des Kulturfestivals „across the borders” hat der international als „Bananensprayer” bekannte Künstler Thomas Baumgärtel die krumme Frucht zwischen Dom und Rathaus auf den Boden skizziert. Mit Menschen befüllt „wandert die Banane gesammelt los”, spaziert die Krämerstraße herunter und vereint sich wieder auf dem Katschhof. Ist das sinnfrei? Ist das nur Provokation?

Die kritischen Stimmen gehören laut Thomas Baumgärtel zur Kunst dazu. „Wenn sich die Leute nicht darüber aufregen würden, würde ich mich fragen, was ich hier eigentlich mache. So individuell die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Meinungen.” Früher, so Kulturdezernent Wolfgang Rombey, wurden Baumgärtels Krummfrüchte verhöhnt. „Heute reißen sich die Kulturinstitute auf der ganzen Welt darum.” Das Festival steht unter dem Zeichen von Baumgärtels Globalbanane, die er mit Schablonen auf eine Leinwand vor die Baustelle des „Centre Charlemagne” sprayt. Zur Kunstaktion unter dem Motto „Freiheit für die Kunst” hat Baumgärtel einen von ihm entworfenen Wagen aus dem Kölner Rosenmontagszug mitgebracht, auf dem eine elf Meter lange Banane symbolisch im Brandenburger Tor eingepfercht ist. „Was die Demokratie noch zusammenhält, ist die Kunst”, meint Baumgärtel. Oder sprengt sie das Konstrukt? Von der Riesenbanane aus können Künstler singen, dichten, diskutieren oder Erlebnisse schildern.

„Es hat Spaß gemacht”

„Wir wollen, dass Sie das Programm sind”, erklärt Festivalleiter Rick Takvorian und wendet sich an die Kunstbegeisterten Aachens. „Eine Banane ist schön, leer aber nicht. Eine Stadt ohne Kultur ist wie eine leere Banane - öde, nutzlos und vielleicht gefährlich.”

„Ich habe mich riesig darüber gefreut, dass die Aachener eine lebende Skulptur gebildet haben”, bestätigt Baumgärtel. Und das Gefühl, als Spontanbanane durch Aachens Innenstadt zu wandeln? Zwischendurch war die überlebensgroße Frucht „ein bisschen deformiert. Wird eher Bananenmatsch”, meint eine Teilnehmerin. „Alles egal”, so eine andere, „es hat Spaß gemacht.”
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