Aachen - Eine Ära geht zu Ende: Das letzte Gelöbnis

Eine Ära geht zu Ende: Das letzte Gelöbnis

Von: Christopher Gerards
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Diese 39 jungen Frauen und Mä
Diese 39 jungen Frauen und Männer sind die letzten freiwillig Wehrdienstleistenden, die in der Aachener Lützow-Kaserne ihr Gelöbnis ablegen. Die Rekrutenkompanie wird aufgelöst. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der OB sprach von einem „historischen Moment - zumindest für unsere Stadtgeschichte”, er sprach von einer „Ära”, die zu Ende gehe. Marcel Philipp stand dabei auf dem Exerzierplatz der Lützow-Kaserne.

Denn es war am Samstag das letzte Gelöbnis von freiwillig Wehrdienstleistenden in Aachen, und zwar von 39 jungen Frauen und Männern der Rekrutenkompanie 6. Im Zuge der Bundeswehrreform steht der Kompanie nämlich die Auflösung bevor.

Und so verfolgten das Geschehen nicht nur die regionalen CDU-Politiker Sabine Verheyen (Europaparlament) und Helmut Brandt (Bundestag), Polizeipräsident Klaus Oelze, Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Vertreter vieler Einrichtungen in der Region. Es sahen auch Familie und Freunde der Rekruten zu, Mitarbeiter der Technischen Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik, interessierte Aachener Bürger; 600 waren es insgesamt, wie Presseoffizier Wolfgang Reusch erklärte.

In seiner Rede ging OB Philipp vor ihnen auf die sicherheitspolitischen Veränderungen in der Welt ein - und auf die Rolle der Bundeswehr in derselben, auf ihre „Veränderungsfähigkeit”. Er betonte, die Bundeswehr sei „eine Armee der Demokratie.” Und so sollten ihre Soldaten einen „kritischen” Geist bewahren. Philipps Worte an die Rekruten: „Unser Staat, unsere Gesellschaft und unsere Stadt stehen hinter Ihnen und begleiten Sie mit allen guten Wünschen.”

Ähnlich klangen die Worte von Schulkommandeur Oberst Günter Selbert, der an die Rekruten appellierte, als „mündige Bürger” in der Gesellschaft aufzutreten.

Daniel Erth, Vertrauensperson der Rekruten, sprach denn auch ganz offen über den Kasernenalltag, er sagte Dinge wie: „Mancher hätte es sich anders vorgestellt.” Er sprach vom frühen Aufstehen in den letzten drei Monaten (5.30 Uhr auf dem Flur antreten) und davon, dass eine Bejahung dem Vorgesetzten gegenüber nicht mit „Ja” zu erfolgen habe, sondern mit „Jawohl”.

Er kam zum Fazit: Trotz alledem, trotz dieser Mühen, Anstrengungen, sei er stolz, seine Grundausbildung bei der Rekrutenkompanie 6 erlebt zu haben. Denn er habe Werte gelernt wie Unterstützung, Rücksicht, Konfliktbewältigung. Erth sagte: „Es war eine Zeit, die ich nicht vergessen werde, die ich nicht vergessen will.”

Nach dem Gelöbnis fanden am „Tag der Offenen Tür” Vorführungen statt, die Einblicke in die Arbeit der Bundeswehr erlaubten: eine Schau von Fahrzeugen und Geräten, eine zur Diensthundeausbildung, sowie eine Vorführung der Motrorradstaffel der Johanniter. Presseoffizier Reusch sprach von 5000 Besuchern am ganzen Tag.
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