Ein weiter Weg bis zur Einstimmigkeit

Von: Werner Czempas
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Der Verkehr an der Maria-Theresia-Allee hat Anwohner und Politiker lange beschäftigt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Ihre geradezu professionelle Vorarbeit und ihre Beharrlichkeit in der Verfolgung der Ziele macht sich für die Bürger im Viertel rund um die Maria-Theresia-Allee bezahlt.

Was die Bezirksvertretung Aachen-Mitte in ihrer jüngsten Sitzung beschloss, deckt sich mit den von mehr als 450 Bürgern schriftlich dargelegten Wünschen, sehr schnell zu einer Verkehrsberuhigung in der Maria-Theresia-Allee und den angrenzenden Straßen zu kommen.

Schon zum dritten Mal beschäftigte sich die Bezirksvertretung mit den Problemen. Sie hatte auch schon eine bessere Kennzeichnung der Eingangssituation in die Tempo-30-Zone beschlossen - etwa durch größere und beidseitig der Straßen aufgestellte Hinweisschilder.

Was die Verwaltung dazu allerdings mehr oder weniger ablehnend ausführte, war so gar nicht nach dem Geschmack der Politiker und erst recht nicht der Bürger.

„Nicht zufrieden” zeigte sich denn auch CDU-Fraktionssprecher Michael Janßen mit der Arbeit der Verwaltung. „Nicht alle Maßnahmen in einem Durchgang, sondern Prioritäten”, forderte auch Lilli Philippen für die SPD, damit die Bürger nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag auf Hilfe warten müssten.

Die Verwaltung legte sogar umfassende Vorschläge vor, wie die Weißhausstraße zwischen Ronheider Weg und Bahnunterführung Richtung Maria-Theresia-Allee in die Tempo-30-Zone einbezogen und in diesem Abschnitt durch Parkstreifen und Baumfelder verengt werden könne.

Eine kostspielige Angelegenheit, die schon in der Einwohnerfragestunde totales Unverständnis bei den Bürgern hervorrief. Anwohner Gero Heusler: „Die Weißhausstraße ist in unserem Antrag mit keinem Wort erwähnt, da sie kein Problem darstellt. Warum so viel Aufwand betreiben?”

„Niemand will das mit der Weißhausstraße”, unterstützte auch Wilhelm Helg (FDP) die Anwohner, wobei sich die SPD-Vertreter etwas still und kleinlaut über ihre Papiere beugten, wollten sie in der Sitzung zuvor doch unbedingt auch mögliche Änderungen in der Weißhausstraße geprüft wissen.

Würden alle von der Verwaltung untersuchten Maßnahmen ausgeführt, käme die Verkehrsberuhigung Maria-Theresia-Alle schon jetzt geschätzte 605000 Euro teuer. Kosten, die Lilli Philippen argwöhnen ließen, mit den vorgelegten „erschreckenden” Zahlen habe die Verwaltung Politikern und Bürgen irgendwie „Sand in die Augen streuen” wollen.

Die Bezirksvertreter aber ließen sich nicht beirren und verwiesen auf ihren alten Beschluss, wonach als Sofortmaßnahmen beidseitig große Tempo-30-Schilder aufgestellt werden sollen und an der Goethestraße ein Zebrastreifen eingerichtet werden soll. Bezirksvorsteher Heiner März (SPD): „Davon weichen wir keinen Schritt zurück.” „Dass jedes große Schild 150 Euro kostet, kann doch wohl kein Argument dagegen sein”, murrte Janßen Richtung Verwaltung.

Als nächste Maßnahmen sollen Zebrastreifen an den Ecken Maria-Theresia-Allee/ Schillerstraße und Maria-Theresia-Allee/ Im Brockenfeld sowie der Knoten Schillerstraße/Goethestraße untersucht werden. „Des weiteren” sollen große Tempo-30-Schilder beidseitig an der Weißhausstraße hinter der Eisenbahnunterführung in Höhe des Hauses Nr. 24 vor der Maria-Theresia-Allee aufgestellt werden. Auf der Prioritätenliste landete als letzte Maßnahme die Umgestaltung der Schillerstraße und der Seitenräume an der Maria-Theresia-Allee. Das Thema Weißhausstraße war endgültig vom Tisch.

Bis es allerdings zu diesem einstimmig gefassten Ergebnis kam, war es ein weiter Weg. Denn phasenweise blickte im Gewirr der Straßen und Knoten und Zebrastreifen und Tempo-30-Schilder keiner mehr so richtig durch. Am Ende aber seufzte Bezirksvorsteher März erleichtert: „Einstimmig. Das haben wir mühsam erarbeitet. Eine Sternstunde der Bezirksvertretung.” Irgendwie klang es ironisch. Wer März kennt, weiß: Es war auch so gemeint.
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