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Ein Vorbild an Mut und Zivilcourage

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:
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Gedenken an die Namensgeber der Schule: Die Schülerinnen und Schüler aus der 7a haben sich intensiv mit Hans und Sophie Scholl beschäftigt. Vor 70 Jahren wurden die Widerstandskämpfer der „Weißen Rose“ von den nazis ermordet. Foto: Harald Krömer

Aachen. Ein Plakat, eine Kerze und ein Strauß weißer Rosen im Foyer der Schule: Zurückhaltend, aber mit einem deutlichen Impuls hat das Geschwister-Scholl-Gymnasium am Freitag an Hans und Sophie Scholl erinnert. Vor 70 Jahren wurden die Geschwister in München hingerichtet. Hans Scholl wurde 24 Jahre alt, Sophie Scholl starb mit 21 unter dem Fallbeil. „Hans und Sophie geben unserer Schule ihren Namen und uns Zeichen der Orientierung“, sagt der stellvertretende Schulleiter Manfred Birmans.

Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst (23), den die Nazis ebenfalls am 22. Februar 1943 umbrachten, waren die ersten Opfer der Widerstandsbewegung „Weiße Rose“. Die Gruppe versuchte mit Wandparolen und Flugblättern, Widerstand zu leisten gegen das NS-Regime.

„Auch heute ein wichtiges Thema“

Seit seiner Gründung vor mehr als 40 Jahren trägt das Gymnasium an der Stolberger Straße den Namen von Hans und Sophie Scholl. Und was die Geschwister in der Diktatur gewagt haben, das sei auch im Jahr 2013 vorbildlich, findet Schülersprecher Jasko Celebic. „Die beiden haben Zivilcourage gezeigt. Wer so mutig ist, den kann man sich als Vorbild nehmen.“ Und Gründe für Zivilcourage gibt es auch heute reichlich, weiß der Neuntklässler. „Viele gucken weg und greifen nicht ein, wenn sie Zeuge von Gewalt werden.“

Die fünfte Schulstunde stand am Freitag ganz im Zeichen der „Weißen Rose“ – in allen Klassen und in allen Fächern. Deutschlehrer Helwig Brüll hatte mit seinem Oberstufen-Deutschkurs eigentlich Goethes „Iphigenie auf Tauris“ auf dem Programm. „Aber das kann man prima mit Zivilcourage verbinden, wenn man das Stück richtig verstanden hat“, sagt Brüll.

Geschichtslehrer Heinz Gödde hat sich intensiv mit den Geschwistern Scholl und der „Weißen Rose“ befasst. In der fünften Stunde musste er allerdings  Klausuraufsicht im Abiturjahrgang führen. „Vor vielen Jahren hat mir Inge Scholl, eine Schwester von Hans und Sophie, Kopien der Originalflugblätter gegeben“, erzählt er. Diese Texte wird er in der nächsten Unterrichtsstunde besprechen. Gödde ist überzeugt: „Man bekommt ein anderes Gefühl für diese Flugblätter, wenn man die Originalquelle im Faksimile liest. Das war nur ein schlichter Text, ein mit Schreibmaschine bedrucktes Blättchen. Aber für die Braunen mehr als gefährlich.“

Die Klasse 7a hat sich jüngst ganz intensiv mit Hans und Sophie Scholl befasst. „Wir möchten auf unserer Internetseite künftig mehr auf die Geschwister Scholl eingehen“, kündigt Manfred Birmans an. „Dazu haben wir einen kleinen Wettbewerb ausgelobt.“ Und die Mädchen und Jungen aus der 7a waren besonders flott und haben schon reichlich Texte und Bilder geliefert.

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