Ein vielversprechender Auftakt

Von: Werner Czempas
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Fünf Männer und ein Buch: Er
Fünf Männer und ein Buch: Erich Timmermanns (Sparkasse), Dezernent Wolfgang Rombey, Archivdirektor Thomas Kraus, Verleger Helmut Falter und Gustav Peltzer (Club Aachener Casino, v.l.) stellten im Rathaus den ersten Band einer neuen Stadtgeschichte vor. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Der städtische Archivdirektor Thomas R. Kraus strahlte wie das sprichwörtliche Honigkuchenpferd. Im Weißen Saal des Rathauses wuchtete er den schwergewichtigen ersten Band einer neuen Aachener Stadtgeschichte in die Hände eines ebenso glücklichen Stadtdirektors Wolfgang Rombey.

Mit dem ersten Band ist der vielversprechende Auftakt gelungen zu einer auf sieben, möglicherweise acht Bände konzipierten neuen Gesamtschau auf die Geschichte der Stadt Aachen.

Beim Stichwort Geschichte denkt der waschechte Öcher selbstverständlich zuerst und reflexhaft an Karl den Großen. Nun ist es weiß Gott nicht so, als sei in Aachen und andernorts noch nicht meterweise Regale füllend über den legendären Kaiser geschrieben, gemutmaßt und orakelt worden. Oder über Aachen in der Franzosenzeit. Auch über Aachen unter den Kelten, Römern, Merowingern und, und, und. Aber die letzte zusammenhängende Sicht vom geschichtlichen Werden Aachens vom Anfang bis in die Neuzeit stammt tatsächlich zweibändig noch aus dem Jahre 1873.

So war der näher rückende 1200. Todestag Karls des Großen am 28. Januar 2014 für Thomas R. Kraus, Kulturdezernent Wolfgang Rombey und Olaf Müller, Leiter des städtischen Kulturbetriebs, Anlass genug, die Initiative zu ergreifen für eine neue, mehrbändige Stadtgeschichte: „Aachen - Von den Anfängen bis zur Gegenwart.”

Stadt und Geschichtsverein zeichnen als Herausgeber verantwortlich. Die ersten drei Bände wird Archivdirektor Thomas R. Kraus herausgeben. Mit dem ersten Band, gedruckt in einer Auflage von 2000 Exemplaren, ist der Start des ehrgeizigen Projekts geglückt.

Der 464 Seiten starke Band stellt zunächst die natürlichen Grundlagen des Aachener Raumes vor, geologisch und geografisch, archäologisch und historisch - die Natur, wie sie war , „als der Mensch nach Aachen kam” (Kraus), und wie er sich die im Laufe der Jahrhunderte zunutze machte.

Darstellungen zur Ur- und Frühgeschichte sowie zur spätkeltischen und römischen Zeit Aachens bis hin zu den Merowingern folgen.

Im Weißen Saal dankte Stadtdirektor Rombey vor großem Publikum allen Akteuren, unter ihnen viele namhafte Autoren aus der RWTH-Professorenschaft. Rombey rühmte die „in Druck, Abbildung, Inhalt und Einband hervorragende, würdige und spannende” Reihe.

Als den „Mann der Tat” pries er Verleger Helmut Falter, der sich wiederum für die „einzigartige Zusammenarbeit” bei den Sponsoren wie Sparkasse, Geschichtsverein und Club Aachener Casino sowie beim Aachener Buchhandel für die im Vorfeld erfolgte Werbung (737 Vorbestellungen) bedankte. Erst sie alle hätten es ermöglicht, das „sehr große Unterfangen” zu wagen und einen in Qualität und Aufmachung auf 60 Euro zu veranschlagenden Band für schließlich 39,90 Euro herauszugeben.

Der zweite Band der neuen Aachener Stadtgeschichte soll Ende 2013 erscheinen. Er wird Aachen unter den Karolingern, Ottonen und Saliern bis zum Beginn der Stauerzeit (1138) behandeln.

Der dritte Band ist für das Jahr 2014 geplant. Er wird sich der Aachener Stadtwerdung, der Entstehung der durch die Bürger selbstverwalteten Reichsstadt im 12. Jahrhundert und ihrer Geschichte bis ums Jahr 1500 widmen. Die weiteren Bände vier bis sieben oder acht sollen „möglichst zeitnah” folgen. Archivdirektor Thomas R. Kraus, Vorsitzender auch des Aachener Geschichtsvereins, voller Stolz: „Damit wird Aachen nach etwa 140 Jahren erstmals wieder eine mehrbändige Stadtgeschichte besitzen.”
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