Ein Traumgarten, der seinen Gärtner inspiriert

Von: Martina Feldhaus
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Klassische Malerpose: Der Aachener Künstler Uli Aschenborn an Staffelei und Leinwand inmitten seines grünen, blühenden Balkon-Gartens auf Gut Schönthal. Foto: Harald Krömer
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Was für eine Farbe: Hübsch lila-blau kommen diese Hortensien auf Uli Aschenborns Balkon daher – mit Hilfe von Aluminiumsulfat.

Aachen. Das Bild ist schon fast zu klassisch, um wahr zu sein: Ein Maler steht mitten im Grünen, um ihn herum blüht und summt es, große Bäume spenden Schatten, bunte Blumen und Pflanzen umrahmen ihn. Und der Künstler – er malt. Es ist Uli Aschenborn, der an Staffelei und Leinwand einem seiner Werke gerade den letzten Schliff verleiht.

Das tut er, wie so oft, auf seinem großzügigen Terrassen-Balkon auf Gut Schönthal an der Lintertstraße, wo er zur Miete wohnt und wo er über Wiesen und Wälder und zum nahe liegenden Weiher gucken kann. „Dieser Platz beruhigt mich. Und er inspiriert mich auch für meine Kunst“, berichtet Aschenborn. So seien schon Bilder entstanden, die den morgendlichen Nebel, die Wolkenformen am Himmel oder Spiegelungen auf der Wasseroberfläche am Weiher aufgreifen.

Aber auch ganz praktische Vorteile hat der begrünte Groß-Balkon des Malers. „Ich kann meine Leinwände auf dem Boden auslegen, habe viel Platz und muss auf dem Kies mit der Farbe nicht so achtgeben.“ So ist der Balkon für Aschenborn in den vergangenen Jahren fast zum Atelier geworden. Im Winter und bei richtig schlechtem Wetter malt er im Haus, im Wohnzimmer oder in der Garage.

Aber wenn eben möglich ist er draußen, in seinem ganz persönlichen Gartenparadies. Das ist grob unterteilt in zwei Hälften. Bodenplatten auf der einen Seite, auf ihnen stehen die Sitzmöbel, am Geländer wachsen in Kübeln und Töpfen in allen Farben blühende Gladiolen, Geranien, Ringelblumen, Stockrosen, „einfach alles, was gut und einfach wächst“, sagt Aschenborn.

Die andere Seite der Terrasse hat der Künstler mit grobem, weißen Kies befüllt. Auch hier lauter Töpfe und Gefäße, Sonnenblumen, Enzian, Hortensien, Wein. Und – wie in jedem guten Garten – Kräuter. Salbei, Rosmarin, Schnittlauch und Petersilie – alles für die eigene Küche. Besonders stolz ist Uli Aschenborn auf seine Schokoladenminze. Die wächst wie wild und riecht wie die bekannten Schoko-Minz-Plätzchen, die vorzugsweise nach acht gegessen werden. Lecker!

Da Aschenborns Garten kein richtiger Garten ist – tiefe Erdschichten darf man auf so einem Balkon nicht vermuten – hat er so seine Taktiken entwickelt, um das hübsche Grün zum Beispiel durch den Winter zu bringen. „Im Herbst rücke ich alle Pflanzenkübel ganz dicht an die Hauswand heran. Da kommt dann eine Folie drüber, zum Schutz vor Frost“, erzählt er. Und gegossen wird mit dem Schlauch durch kleine, schmale Löcher. Gerne kommen auch Zwiebeln und Samen zum Überwintern in den Keller.

Bierfalle optimiert

Auch gegen Schnecken hat der Künstler eine spezielle aber effektive Methode entwickelt. Die gute alte Bierfalle hat er optimiert. Er sammelt alte Plastikdeckel von Gläsern und Dosen, in einen kommt das Bier, der andere oben drauf. „So habe ich eine dunkle Falle, da kriechen die Schnecken von selbst rein“, erzählt er. „Die mögen das Bier und außerdem dunkle Ecken.“ Was dann passiert, kann man sich denken.

Ein erfreulicheres Thema gibt‘s bei den Hortensien zu erzählen. Die schimmern wunderbar blau-lila. „Eigentlich sind sie rosa oder rot. Aber mit Aluminiumsulfat, das man im Gartenhandel oder in der Apotheke bekommt, kriegen sie ihre bläuliche Färbung. Das sieht doch toll aus.“

Die Hortensien haben es allerdings noch nicht auf eines von Aschenborn Bilder geschafft. Was auch daran liegen mag, das er sich motivlich eher in anderen Gefilden bewegt. In Südafrika zum Beispiel. Dort ist er aufgewachsen – und wurde wie schon sein Vater und Großvater später Tiermaler. Werke von ihm hängen unter anderem in der National Art Gallery of Namibia. Aber nicht nur Tiere – Nashörner und Löwen in stürmender Pose – haben es Aschenborn angetan. Auch die Menschen dort. Sie setzt er in Skulpturen und Acryl-Malerei in Szene, gerne effektreich und mit dem verlockenden Angebot auf einen zweiten Blick.

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