Aachen - Ein Rettungsring für die Freiheitsstatue

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Ein Rettungsring für die Freiheitsstatue

Von: Ingrid Peinhardt-Franke
Letzte Aktualisierung:
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Bilder und Objekte mit sehr aktuellen politischen Bezügen: Susanne und Rolf Jägersberg stellen in der Musikhochschule aus. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Freiheitsstatue trägt einen Rettungsring, und dazu steht sie noch genau unter dem „Flucht- und Rettungsplan“ im Foyer der Musikhochschule. Aktueller kann Kunst kaum sein, und deutlicher kann sie ihren Auftrag zur Kritik an bestehenden Verhältnissen nicht wahrnehmen. Die Wahl Donald Trumps war für die Künstlerin Susanne Jägersberg Anlass, sich um Amerika nicht nur Gedanken, sondern auch ernsthafte Sorgen zu machen.

Gleich neben der Freiheitsstatue steht ein „Trumpeltier“, ein kleiner Esel, der es allerdings in sich hat. Aus zartem Gips geschaffen wurden die beiden fragilen Objekte, die es künstlerisch-politisch jedoch mit einem Schwergewicht aufnehmen. „Landschaften“ sind auch ein Thema für Susanne Jägersberg – feine Gouachen, die stille winterliche Szenarien etwa mit den Klippen von Dover oder Seegras zeigen. Ein drittes Thema sind ihre großen wie schweren Edelstahl-Objekte, die im Hof der Musikhochschule stehen und sich mit dem Wind sanft in Bewegung setzen.

Rolf Jägersberg widmet sich neben strengen Lichtkunstwerken aus Edelstahl vor allem der Fotografie. „Second sight“ nennt er seine kleine Foto-Ausstellung, die zehn meisterhafte Aufnahmen zeigt, die er unterwegs mit einer Pocketkamera aufgenommen hat. Jägersberg hat einen langjährig geschulten Blick für besondere Motive und entdeckt etwa Partituren in verspannten Stromleitungen eines Bahnhofs, pointilistische Strukturen in einem bekannten Aachener Gebäude oder raffinierte Spiegelungen und Illusionen, die angesehen und enträtselt werden wollen. „Ein gutes Bild ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut“, zitiert er den weltberühmten Fotografen Henri Cartier-Bresson und kann sicher sein, dass die Besucher seiner Ausstellung sich wesentlich länger mit seinen einzigartigen Arbeiten beschäftigen.

Auch Rolf Jägersberg kann es nicht lassen, politische Kunst zur aktuellen Lage zu machen. Beklemmung, Schweigen und Ratlosigkeit löst das Objekt „Asyl“ aus – ein Nest aus edel glänzendem Stacheldraht, in dem goldene Eier liegen. Zu sehen ist die Doppelschau des Künstlerehepaars Jägersberg noch bis Ende Januar in der Hochschule für Musik und Tanz, Theaterplatz 16.

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