Aachen - Ein neues Piratenschiff segelt auf der Hazienda Arche Noah

Ein neues Piratenschiff segelt auf der Hazienda Arche Noah

Von: Martina Stöhr
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Ein Elvis-Imitator steuerte auf der Hazienda Arche Noah das stimmungsvolle Ambiente bei. Die Biker sind stolz darauf, was sie an der Lintertstraße geschaffen Foto: Ralf Roeger

Aachen. Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen machten das große Übergabefest der Hazienda Arche Noah an der Lintertstraße 111 in Forst zu einem wahren Vergnügen. Und da wird Leines und seinen Mitstreitern ein Stein vom Herzen gefallen sein.

Die Rockertruppe hatte eingeladen, um die neueste Errungenschaft der Hazienda offiziell ihrer Bestimmung zu übergeben: Ein behindertengerechtes Eltern-Kind-Apartment, das allen Familien kostenlos zur Verfügung steht, die ein behindertes oder krankes Kind zu versorgen haben und mal ein Wochenende abschalten und ausspannen möchten.

Und das in einer Umgebung, die ein wahres Paradies für Kinder ist. „Die Warteliste ist schon jetzt lang”, sagt Leines, und das ist auch kein Wunder. Das kleine Apartment ist behindertengerecht ausgestattet und bietet Kindern im Rollstuhl jeden erdenklichen Komfort. Der Weg aus dem Badezimmer führt direkt zum Highlight der Hazienda: eine behindertengerechte Baumhausanlage, die Rollstuhlfahrern erlaubt, die Welt von oben zu sehen. Und das ist eine Perspektive, die diesen Kindern normalerweise verschlossen bleibt, wie Leines meint.

Über eine Rampe

Eine weitere Neuheit ist ein riesiges Piratenschiff. Das kann über eine Rampe befahren werden und bietet im Inneren Sandkästen, die aus dem Rollstuhl heraus erreichbar sind. Um die neuen Errungenschaften gebührend einzuweihen, hatten die Biker ein Fest organisiert, bei dem auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt als Schirmherrin und Oberbürgermeister Marcel Philipp nicht fehlen durften.

Der Biker Leines und seine Freunde vom Motorradclub Street Angels haben die Hazienda vor etwa acht Jahren ins Leben gerufen, um sich für krebskranke Kinder zu engagieren. „Das Projekt entwickelte im Laufe der Jahre so etwas wie eine Eigendynamik”, erzählt Leines. Heute tummeln sich auf der Hazienda Kinder mit allen erdenklichen Behinderungen: vom Rollstuhlfahrer über ADHS-Kinder bis hin zu Kindern mit Krebserkrankungen oder anderen schweren Krankheiten.

Willkommen sind natürlich auch die gesunden Geschwisterkinder, sagt der Verein. Beim großen Einweihungsfest sorgt der 13-jährige Dominic Lang als Kinderpolizist für Recht und Ordnung. Auf den ersten Blick ist ihm nicht anzumerken, dass er unter ADHS leidet. „Ich passe auf, dass die Kinder keinen Mist machen”, erzählt er und zeigt stolz seinen Ausweis, mit dem er sich als Kinderpolizist Gehör verschaffen kann.

Lines und seine Mitstreiter sind ganz offensichtlich stolz auf das, was sie geleistet haben. Und das zu Recht: Das Projekt wurde verschiedentlich ausgezeichnet und wächst beständig. Die Vereinsmitglieder treffen sich an jedem ersten Freitag und an jedem dritten Samstag im Monat ab 20 Uhr im Clubheim auf der Hazienda.

Willkommen ist hier jeder, der helfen will. „Inzwischen sitzen hier Rocker neben Oberstudienräten und Biker neben Polizisten”, erzählt Leines, der sich und seine Leute schmunzelnd als „soziale Randgruppe” bezeichnet. Dass schwarze Lederjacken und dicke Motorradstiefel kein Zeichen für unsoziales Verhalten sind, dafür sind er und seine Freunde der beste Beweis.

Das Spendenkonto: Hazienda Arche Noah, Konto: 107 133 0516, BLZ 390 50 000, Sparkasse Aachen.
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