Ein neues klingendes Brander Wirgefühl

Von: Georg Dünnwald
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Ein neues „klingendes Brander Wirgefühl”: Im Turm von St. Donatus hängen vier neue Glocken. Ab Freitag rufen elf Glocken zu den festlichen Gottesdiensten, den Hochämtern und die Christmetten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die dicke Marie ist die schwerste Bewohnerin des Turms. Florian ist wesentlich kleiner und auch nervöser. Dazwischen sind noch sechs weitere, die im Turm untergebracht sind. Maria ist die größte Glocke von St. Donatus.

Sie bringt zwei Tonnen auf die Waage und hat einen wunderschönen dunklen Klang. Heute wird sie mit ihren sieben Geschwistern und den drei Cousinen Severin, Maria Magdalena, und Jakobus, die im Sanktus-Türmchen des Brander Doms untergebracht sind, die Brander Bürger zum Besuch der Christmette rufen.

Zur Marienglocke und Josef, Donatus und Wendelin und den kleineren Glocken im Türmchen gesellen sich ab sofort Thomas Morus, Paulus, Judas Thaddäus und Florian hinzu. Neue Glocken sind das, eben erst gegossen und am 5. Dezember durch Dompropst Helmut Poqué geweiht. Nun haben es die Brander gehört, die neuen Glocken wurden nach und nach getestet und auf den Klang der anderen abgestimmt.

„Denn die Glocken dürfen nicht alle zur gleichen Zeit in eine Richtung schwingen, das wäre fatal für den Turm”, bemerkt Pfarrer Ralf Freyaldenhoven. Außerdem setzen die schweren Glocken - wegen der Klangmelodie später ein als die leichteren. Denn je schwerer, desto schwerfälliger ist die Glocke auch.

Thomas Morus und die Parteien

Bemerkenswert ist, dass Brander Institutionen eine Ehrenpatenschaft für die neuen Glocken übernommen haben. „Alle Brander Parteien sind auf Thomas Morus vermerkt”, sagt Freyaldenhoven. Die Politiker teilen sich die Glocke mit den Maijungen, den Schützen und den Karnevalsvereinen. Auch der Bezirksbürgermeister hat seine Glocke: Judas Thaddäus ist ihm vorbehalten.

Der Brander Feuerwehr schließlich, und das überrascht überhaupt nicht, ist die Floriansglocke gewidmet. Der heilige Florian schützt nämlich die Wehrfrauen und -männer und auch die Häuser vor Feuersbrünsten. „Ich habe angeregt, die Floriansglocke mit der Sirene auf dem Bezirksamt zu koppeln, dann würde bei einem Brand nicht nur die Sirene heulen, dann würde auch der kleine Florian läuten.”

Die Floriansglocke ist die schnellste der acht Glocken im Turm und mit 165 Kilogramm auch die leichteste. Florian bringt es, zum Schwingen gebracht, auf 67 Schläge in der Minute. Die dicke Marie bringt es auf nur 50 Schläge je Minute. Die Elisabethglocke ist dem Pfarrgemeinderat und dem Kirchenvorstand vorbehalten, Benedikt von Ariane schlägt für die St. Donatus-Stiftung und den St. Donatus-Verein. Benedikt von Ariane gründete vor rund 1200 Jahren die Benediktinerabtei Kornelimünster. Seine Mönche legten schließlich die Siedlung Brand an.

Sogar die Protestanten haben ein Plätzchen unter dem Dach des Brander Doms erhaschen können. Die evangelische Kirchengemeinde teilt sich mit dem ökumenischen Bildungsverein die Paulusglocke, die Bestandteil des 21 Glocken umfassenden Glockenspiels ist. Ab Anfang Januar werden die Brander zusätzlich zu jeder vollen Stunde, vormittag von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 15 bis 18 Uhr (im Winter) und 19 (im Sommer) mit schönen Liedern erfreut.

„Für jede Jahreszeit und für Feiertage ist immer was dabei”, erklärt Freyaldenhoven. Während der närrischen Session werde „Vür fahre met d´r Modder noh d´r Brand” aus dem Turm des Brander Doms erklingen. „Das ist für das Klingende Brander Wirgefühl gedacht”, sagt Freyaldenhoven. Wie die Wanderlieder, die er für die Sommer- und Herbsttage vorgesehen hat.
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