Ein neuer Rahmen für die Arbeit der Tagesmütter

Von: mg
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Aachen. Wie wird die Arbeit von Tagesmüttern und -vätern in Aachen künftig geregelt? Mit dieser Frage setzen sich Verwaltung und Politik in den nächsten Monaten intensiv auseinander. Möglichst bis zum neuen Kindergartenjahr, das am 1. August beginnt, sollen neue Rahmenbedingungen auf dem Tisch liegen.

Detail seien aber noch nicht abzusehen, betont Elke Münich, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule. Die Verwaltung werde hierzu in den nächsten Monaten Vorschläge erarbeiten, zu entscheiden habe letztlich die Politik.

Am Mittwoch gab es zu diesem Thema einen von OB Marcel Philipp initiierten Erfahrungsaustausch, an dem neben Vertretern aus Verwaltung und Politik auch eine Abgesandte des NRW-Familienministeriums teilnahm. Praxisbeispiele gab es aus der Stadt Münster.

Anders als in den Kommunen ringsum müssen Eltern in Aachen - mit wenigen Ausnahmen - die Kosten für eine Tagesmutter komplett selbst tragen. Der Verwaltungsrechtsexperte Professor Peter-Christian Kunkel hält dies ausdrücklich für verfassungswidrig (wir berichteten). Bei der Neuregelung wird es auch um die Frage gehen, wie eine „leistungsgerechte Entlohnung”in der Tagespflege aussehen muss.

„Der Gesetzgeber hat die Vorgaben bei der Tagespflege konkretisiert”, gesteht Elke Münich zu. „Wir müssen diese Vorgaben nun in die Praxis kleiden.” Handlungsbedarf sei zwar da, doch gebe es durchaus Spielraum. „Jede Kommune muss für sich eine eigene Regelung finden.”

Künftig per Satzung

Klar dürfte aber sein: Auch die Aachener müssen die Rahmenbedingungen für die Tagespflege in einer Satzung festgeschreiben. Die Erhebung der Elternbeiträge für eine Tagesmutter würde dann wie bei den Kindergartenbeiträgen über die Kommune abgewickelt.

Hilde Scheidt, Jugendpolitikerin der Grünen, saß am Mittwoch beim Workshop zur Tagespflege mit am Tisch. „Wir müssen bei der künftigen Gestaltung der Tagespflege im Rahmen unserer Finanzen bleiben”, betont sie. Aachen habe glücklicherweise ein gut ausgebautes Netz an Kindertagesstätten. Und der Schwerpunkt der Kinderbetreuung solle auch künftig bei den Kitas liegen.

„Vernünftig” fände es Hilde Scheidt, bei der Neuordnung der Tagespflege über die Stadtgrenzen hinauszuschauen. „Es wäre klasse, wenn wir im Sinne der Familien eine Satzung für die gesamte Städteregion hinbekämen.”

Bettina Konrath, Geschäftsführerin der Familiären Tagesbetreuung, blickt hoffnungsvoll auf die zu erwartende Satzung. Der Verein qualifiziert und vermittelt im Auftrag der Stadt Tagesmütter und -väter in Aachen. Konrath hofft nun auf mehr Planungssicherheit bei der Tagespflege. „Das Gesetz schreibt schleißlich eine Gleichstellung der Tagespflege fest”, betont sie. „Eltern haben ein Wahlrecht.” Die Rahmenbedingungen seien nun anzupassen.

Konrath weist auch darauf hin, dass die Nachfrage nach Tagesbetreuung weiter steigt. „2009 hatten wir 730 Anfragen von Eltern, 2010 waren es schon 814.” Der Ausbau der Tagespflegeplätze in Aachen, bedauert Konrath, sei dennoch gestoppt worden. Aktuell gibt es in Aachen 350 Betreuungsplätze für Kinder bei Tagesmüttern. Nur wenige sind nach Angaben des Vereins derzeit frei.
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