Aachen/Vaals - Ein neuer Kreisel genau auf der Grenze

Ein neuer Kreisel genau auf der Grenze

Von: Heiner Hautermans
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Bietet seit dem Wegfall der Grenzen ein erbarmungswürdiges Bild: der Grenzübergang in Vaalserquartier. In Vaals hat man erste Pläne für die Umgestaltung entwickelt. Sie sehen unter anderem eine Rotunde vor. Foto: Harald Krömer

Aachen/Vaals. Es sei ein sehr gutes Gespräch mit den Spitzen der Aachener Stadtverwaltung gewesen, teilte der Vaalser Bürgermeister Reg van Loo bei einem Pressetermin mit. Man habe vereinbart, es in Zukunft regelmäßig zu führen, auf Dezernentenebene.

Zumal es genug zu bereden gebe und auch konkrete Schritte zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit unternommen werden sollen. Um die Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen, habe man eine gemeinsame Rundfahrt unternommen. Am meisten auf den Nägeln brennen den Vaalsern Verkehrsprobleme.

Auf Aachener Grund und Boden

Die Hauptverkehrsader, die Maastrichterlaan, soll nämlich ausgebaut werden, Baubeginn ist voraussichtlich 2012. Als Anbindung an die Vaalser Straße stellen sich die Verantwortlichen einen großen Kreisverkehr an der Grenze vor, der auf Aachener Grundgebiet angelegt werden müsste. Die Bebauung dort und entlang der Grensstraat könnte von den beiden Wohnungsgesellschaften in Vaals und Aachen ausgeführt werden. Van Loo berichtete, dass diesem Vaalser Wunsch durchaus Wohlwollen entgegengebracht worden sei.

Förderung von höchster Stelle soll nun auch die Zweisprachigkeit bekommen. Zwar gibt es seit Jahren Kontakte zwischen jeweils zwei Grundschulen in Aachen und Vaals, die die jeweils andere Sprache lehren und sich gegenseitig Besuche abstatten, doch diese niederländisch-deutschen Initiativen sind eher von Privatpersonen oder Schulleitungen angestoßen worden, die Finanzierung ist nicht immer gesichert. In der Grundschule Gut Kullen etwa lernen 90 Kinder Niederländisch, sie tauscht sich mit der Basisschool „De Robbe-does” aus. Die Annaschule korrespondiert mit „De kleine Wereld”.

Grenzüberschreitende Kontakte zu stärken sei hauptsächlich eine mentale Angelegenheit, oft gebe es Informationsdefizite bei Menschen, die im jeweils anderen Land leben oder arbeiten wollten, oder bei Betrieben, die sich jenseits der Grenze ansiedeln wollten. Dem will der Bürgermeister in einer konzertierten Aktion mit Aachen und anderen Gemeinden aus dem Grenzgebiet, etwa Gulpen, Wittem, Simpelveld, Kelmis oder Raeren, durch die Einrichtung eines festen Infopunktes bei der Stadt Aachen abhelfen, wie er auch schon im Eurode Business Center in Herzogenrath existiert. Allerdings unterhält die Regio Aachen, die deutsche Partnerinstitution der Euregio Maas-Rhein, jetzt schon eine Grenzgängerberatungsstelle im Gebäude Theaterstraße 90 (0241/56861-12).

Im Dschungel

Auf diese Weise wolle man dazu beitragen, sich im Dschungel von Regeln besser zurechtzufinden, meinte der Vaalser Bürgermeister weiter. Nicht zuletzt darauf hoffend, dass die vielen zum Verkauf stehenden Häuser in Vaals einen neuen Besitzer finden. In den letzten Jahren habe es wenig Nachfrage aus Aachen gegeben, sagte Reg von Loo, das habe sich nach der Auskunft von Maklern in letzter Zeit geändert. „Es gibt drei bis vier Interessenten pro Woche.”
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