Aachen - Ein-Mann-Stück „Die Eröffnung“: Von der Bühne in die Psychiatrie

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Ein-Mann-Stück „Die Eröffnung“: Von der Bühne in die Psychiatrie

Von: Martina Stöhr
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Jens Eisenbeiser spielt den verzweifelten Theaterkönig in dem Stück „Die Eröffnung“. Am Ende gab es viel Applaus. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein Mann auf einem Stuhl, eine Krone und ein Stein: Fertig ist das Bühnenbild. Der Mann im weißen Hemd sitzt nur da und schweigt, eine lange, lange Weile. Ganz unvermittelt fängt er an zu lachen, bevor er dann mit seinen wortgewaltigen Monolog beginnt: „Ich eröffne diesen Abend. Ich eröffne Ihnen mein Leben. Ich bin für die Bühne geboren und werde auf der Bühne sterben – oder überleben, sofern das Stück halbwegs gut ausgeht.“

Der Schauspieler aus Passion (Jens Eisenbeiser) lässt das Publikum an seinen Erfolgen als Theaterkönig und an seinen Niederlagen teilhaben. Bevor er Schauspieler wurde, verdiente er sein Geld als Vertreter für Freisprechanlagen für Handys, erzählt er und warnt in langem Monolog eindringlich vor Gehirntumoren als Folge von langen Gesprächen an sich erwärmenden Telefonen.

Lebensgefahr

Das Publikum im Theater 99 hängt an seinen Lippen und verfolgt, wie er sich erst verliebt, dann wieder trennt und danach auf ewig unter dem Verlust seiner Frau leidet. „Außerhalb des Theaters besteht für mich höchste Lebensgefahr“, sagt er an einer Stelle, und tatsächlich scheint ihm das Leben jenseits des Theaters zu entgleiten. Auch die Suche nach dem Sinn bleibt erfolglos, der einst bejubelte Star landet in der Psychiatrie.

Applaus

Jens Eisenbeiser haucht dem verzweifelten Theaterschauspieler Leben ein, und die Zuschauer danken es ihm mit lang anhaltendem Applaus.

„Die Eröffnung“ des österreichischen Schriftstellers Peter Turrini trifft ganz offensichtlich den Geschmack des Publikums. Der Blick hinter die Kulissen des Theaters kommt einmal ganz poetisch, dann aber auch wieder zynisch daher. Der Schauspieler sei „ein Mensch zum Schmunzeln, Lachen, Heulen, Hinterfragen, Kotzen, Verstehen“, heißt es in einer Kritik.

Jens Eisenbeiser, der Protagonist des Stücks, hat jahrelang im Aachener Das Da Theater als professioneller Schauspieler gespielt und ist nun im Phosphor-Theater aktiv. Das ist eine Theatertruppe aus Aachen, die ihren kulturellen Beitrag mit Theaterstücken und anderen Besonderheiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene leisten will.

Weitere Vorstellungen gibt es nur auf Nachfrage.

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