Aachen - Ein Märchenprinz, der singt und Fußball spielt

Ein Märchenprinz, der singt und Fußball spielt

Von: Georg Dünnwald
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Beim ersten Auftritt noch ein
Beim ersten Auftritt noch ein wenig aufgeregt: der designierte Märchenprinz Tim Führen. Der Neunjährige freut sich aber wahnsinnig auf die anstehenden Aufgaben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ziemlich ungewohnt ist die Rolle schon für den erst neunjährigen Tim Führen. Wohl deshalb wirkt er bei den Fototerminen im Elternhaus etwas angespannt, kein Wunder, ein wahres Blitzlichtgewitter geht auf ihn nieder. Nach dem „Knipsen” jedoch erzählt er ganz gelassen, dass er sich riesig freut, auf die neue, seine, Karnevalssession. Tim Führen ist der neue Märchenprinz.

„Karnevalsprinz wird man nur einmal im Leben”, sagt er. Was er denn anders machen werde als sein Vorgänger? „Das Küssen”, antwortet Tim keck. Der Junge, Domsingschüler in der vierten Klasse, wird am Sonntag, 13. Januar, nächsten Jahres im Eurogress zur kleinen Tollität proklamiert.

„Janz Oche sengt an Worm än Pau, met Märcheprenz än Meerjungfrau” ist sein Motto. Und das passt. Denn der Neunjährige singt für sein Leben gern. Er hat eine Altstimme, mit der singt er auch im neuesten Aachener Kinderchor, den „Kenger vajjen Beverau” (allesamt Domsingschüler), die die Nachfolge der „Jonge vajjen Beverau” antreten werden. Klar, dass ein Aachener Märchenprinz schon jecke Erfahrung mitbringt. Zweimal war Tim schon im Hofstaat des Märchenprinzen, in der letzten Session als das Schängche.

Aber der Junge singt nicht nur, er spielt auch Fußball und treibt Leichtathletik. Dass er so sportlich ist, ist auch gut so. Denn das Amt eines Märchenprinzen bringt auch ganz viel Stress mit sich. Auftritte in Schulen, in Kindergärten, in Krankenhäusern und Seniorenheimen gehören dazu, am Fettdonnerstag ist er mit seinem Hofstaat den ganzen Tag unterwegs. Und auch der Karnevalssonntag, sein Tag, an dem er der Mittelpunkt des Kinderzuges sein wird, ist ziemlich anstrengend.

Tims Eltern, die Mutter Silke Führen und der Vater Bernd Führen, und auch seine Schwestern Anne (21) und die zehnjährige Carolin stehen absolut hinter ihm. Die Schwestern sind sogar ziemlich stolz auf den jüngsten Spross der Familie.

Etwas verlegen lässt sich Tim am Freitagnachmittag die Prinzenmütze vom Chef des Aachener Kinderkarneval (Akika), Wolfgang Radermacher, überreichen. Der mahnt: „Aber nicht aufsetzen, nur heimlich zum Probieren. Die darfst Du erst tragen, wenn Du gekürt bist.”

Den Orden des Märchenprinzen entwarf wieder Guido Diefenthal. Er zeigt den Prinzen und eine kleine Meerjungfrau. Harry Ebert hat die Orden produziert und Tim 500 Anstecknadeln geschenkt, die der Märchenprinz zugunsten des Aachener Kinderkarnevals verkaufen darf.

Während der Session verkauft auch der Akika eine CD. Darauf sind die Lieder der letzten sieben Märchenprinzen und das offizielle Lied des Akika zu hören. Der Preis, zehn Euro, dürfte nicht zu hoch angesetzt sein.
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