Aachen - Ein Leben für den Hochschulsport

Ein Leben für den Hochschulsport

Von: Achim Kaiser
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Mit mehr als hundert geladenen Gäste feierte Nico Sperle in der Halle am Eckertweg seinen Abschied vom Hochschulsportzentrum. Der langjährige Leiter tritt am 1. Mai in den Ruhestand. Dabei musste der 65-Jährige auch Fragen seiner Mitarbeiterin Nina Zirke beantworten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Nico Sperle erinnert sich noch gut an seine Anfänge beim Hochschulsportzentrum (HSZ) vor etwas mehr als 24 Jahren, „Es war damals ein Aufbruch in die Moderne“, erzählt der Leiter des HSZ. Dienstagnachmittag ist der mittlerweile 65-Jährige während einer Feierstunde im Kreise hochrangiger Hochschulvertreter und zahlreicher universitärer Kollegen offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden.

Seinen letzten Arbeitstag tritt der jung gebliebene Sportfunktionär am 30. April an. Danach ist er Rentner.

„Ich bin mal gespannt, wie sich das Rentnerdasein so anfühlt“, sagt der Familienvater, dessen zwei erwachsenen Töchter auf eigenen beruflichen Beinen stehen. Verschiedene Anfragen liegen dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands (ADH) vor. Er will sich in Ruhe durch den Kopf gehen lassen, welche Projekte er in Zukunft betreuen wird.

Beim Weltverband des Hochschulsports, kurz Fisu, wird er weiter als zweiter Vorsitzender der Bildungskommission tätig bleiben. Über Langeweile wird Nico Sperle jedenfalls auch künftig nicht klagen.

Voll beschäftigt war der frühere Lehrer auch Anfang 1990, als er vom ADH zur RWTH wechselte. Das anhängige HSZ war 1987 offiziell gegründet worden und stand seitdem unter kommissarischer Leitung. Sperle übernahm als erster HSZ-Chef vor 24 Jahren den Aufbau: „Es war keine leichte Aufgabe, den Insititutscharakter abzustreifen und das HSZ in einen Dienstleistungsbetrieb für die Hochschule überzuführen.“

Zu Beginn musste Sperle scheinbar banale Probleme lösen: „Es gab keine Computer und keine Tonbänder für Diktate.“ In seinen Räumen auf der Hörn standen ihm zunächst nur Schreibmaschinen zur Verfügung.

Zusammen mit den beiden Sportlehrern Uli Weber und Peter Lynen, der am 1. Mai seine Nachfolge antritt, gelang ihm die Umstellung auf modernere Kommunikationstechnik ebenso erfolgreich wie die Umsetzung eines ambitionierten Sportstättenentwicklungsplans.

So konnte unter seiner Leitung das große Fitnesszentrum, RWTH GYM, an der Mies-van-der-Rohe-Straße in zwei Stufen (2005 und 2012) aufgebaut werden. Erwähnt seien noch die Finnbahn Königshügel (2007), die Cage-Soccer-Anlage (2009) sowie als „Meilenstein in der Geschichte des Aachener Hochschulsports“ (Sperle) die Errichtung der Dreifach-Halle am Eckertweg im Jahr 2013. 500 000 Euro hatte das HSZ in das 3,5 Millionen-Euro-Projekt mit eingebracht.

„Dieses Geld musste erst mal verdient werden“, betont Sperle, der maßgeblich zur ständigen Qualitätssteigerung des Hochschulsportprogramms beigetragen hat: „Einerseits sind gute Sportlehrer und Übungsleiter enorm wichtig, andererseits sind sie ohne adäquate Sportanlagen aufgeschmissen“. Dabei habe sich aber auch das HSZ in einem Dilemma befunden: „Wir haben die Kapazitäten für die Sporttreibenden gesteigert, gleichzeitig sind aber auch die Studierendenzahlen gestiegen.“

Und so nennt der angehende „Ruheständler“ zwei große Ziele für die Zukunft des Hochschulsports in Aachen: die Errichtung der geplanten Multifunktionshalle auf dem Erweiterungsgebiet Melaten sowie die Realisierung einer von RWTH und Stadt initiierten großen Veranstaltungshalle auf dem Campus West. Hier könnten Kongresse, Konzerte und Sportevents wie etwa die Volleyball-Bundesligaspiele der „Ladies in Black“ stattfinden.

Während für die Mehrfachhalle auf Melaten schon konkrete Pläne vorliegen und „nur“ noch die Frage der Finanzierung geklärt werden muss, ist das Großprojekt auf dem Campus West noch in weiten Tüchern.

Konkreter formulieren lässt sich die künftige private Planung des angehenden Rentners Sperle: „Ich werde mit meiner Frau Maria sicherlich mehr reisen und vor allem mehr Golf spielen.“ Wer dann von den Beiden auf Dauer das geringere Handicap hat, wird sich zeigen…

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