Aachen - Ein Kreisverkehr erhitzt die Gemüter

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Ein Kreisverkehr erhitzt die Gemüter

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Der Kreisverkehr in Schleckhei
Der Kreisverkehr in Schleckheim soll am Ende der Baumaßnahme wieder so aussehen, wie vor den Arbeiten. Die Verantwortlichen der Maßnahme haben den Bürgern Ersatz versprochen. Foto: Nicola Gottfroh

Aachen. Ulla Breuer war immer stolz darauf, dass die Bewohner von Schleckheim und Nütheim bürgerliches Engagement zeigen. Und darauf, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Doch langsam macht sie sich Sorgen, dass die Zeit des freiwilligen Engagements in den Ortschaften vorbei sein könnte.

„Mich würde es nicht wundern. Immerhin könnten die engagierten Freiwilligen derzeit auf die Idee kommen, dass ihr jahrelanger Einsatz für die Katz´ war”, sagt die Ulla Breuer.

Sie ist die Beauftragte der Interessengemeinschaft (IG) der Ortschaften Nütheim und Schleckheim für den Kreisverkehr an der Aachener Straße. Und an dessen Erscheinungsbild erhitzen sich in den beiden Ortschaften derzeit die Gemüter: Momentan ist der Kreis eine einzige Baustelle, die Stawag erneuert die Wasserleitungen, die sich genau unter dem Kreisverkehr befinden. „Eine Baustelle war der Kreisverkehr aber nicht immer”, sagt Breuer und zieht Fotos aus einer dicken Kladde hervor, auf denen er dicht und liebevoll bepflanzt ist. „Das war der Verdienst der Bürger”, sagt Breuer.

Denn vor mehr als sechs Jahren hat die IG eine Patenschaft für den Kreisel übernommen, ihn bunt bepflanzt, gehegt und gepflegt. Dafür sei die Stadt den Bürgern sehr dankbar gewesen, sagt auch Bezirksamtsleiterin Rita Claßen und betont: „Es wäre schön, wenn sich mehr Bürger so engagieren würden.”

Den Kreisverkehr in Schuss zu halten habe die Bewohner aber nicht nur jede Menge Zeit, sondern auch viel Geld gekostet. „Immerhin haben wir nicht irgendwelche billigen Blumen, Bäume und Sträucher aus dem Baumarkt gepflanzt, sondern qualitativ hochwertige Pflanzen und Hölzer”, sagt Breuer. Bis auf 700 Efeu aus der Stadtgärtnerei sei nur beste Baumschulware verpflanzt worden, finanziert durch verschiedene Aktionen und Spendensammlungen im Ort.

Dass nun die Wasserleitungen unter dem Patenkind Kreisverkehr erneuert werden müssen, dafür haben alle im Ort Verständnis - und natürlich sind die Bewohner auch dankbar, dass dadurch die gute Qualität des Wassers gesichert werde.

„Kein Verständnis haben wir aber dafür, dass die Pflanzen und Bäume nun nicht fachgerecht gelagert werden”, sagt Breuer. Und wieder zeigt sie Fotos, die sie selbst geschossen hat, um zu dokumentieren, dass ihres Erachtens nach nicht alles läuft wie versprochen. Denn die Stawag hat einen Gartenbaubetrieb als Subunternehmer beauftragt, die für die Bewohner wertvollen Pflanzen aus der Erde zu holen und fachkundig einzulagern, bis die Baumaßnahme abgeschlossen ist. „Die Bäume, Sträucher und Rosen sind hinter einem Silo gelagert. Als Laie erkennt man ja schon, dass es den Pflanzen nicht mehr gut geht. Dabei ist das das Eigentum der Bürger, die die Pflanzen selbst angeschafft und bezahlt haben.”

Ersatz versprochen

Sollten die Pflanzen die Maßnahme nicht überstehen, so hatten Stawag und Stadtbetrieb bereits vor der Baumaßnahme versichert und versprochen, werde alles ersetzt. In dem Bauprotokoll fehlt nach Angaben von Ulla Breuer dieser Passus zwar, werde aber nachgetragen, so Rita Claßen. „Und dass das Versprechen gehalten wird, daran habe ich auch gar keine Zweifel. Ich bezweifele nur, dass die Pflanzen eins zu eins - in gleicher Art und gleicher Größe - ersetzt werden”, sagt sie. Immerhin beliefe sich der Wert der Pflanzen laut „Lappen-Katalog”, dem grünen Pendant der aus der Automobilwelt bekannten Schwacke-Liste, auf rund 10.000 Euro.

Diese Sorge kann ihr der Stadtbetrieb nun nehmen. Natürlich bestünde tatsächlich die Möglichkeit, dass einige Pflanzen die Maßnahme nicht überstehen, lassen die Stadtbetriebe auf Anfrage der Nachrichten über das Presseamt mitteilen. Denn da die Arbeiten am Kreis erst später als geplant begonnen werden konnten, sei die Jahreszeit nicht optimal gewesen, um die Pflanzen aus der Erde zu holen. Und auch für die Wiederbepflanzung sei nun, wo die Baumaßnahme nahezu abgeschlossen ist, nicht die richtige Zeit.

Ob die Pflanzen die Aktion unbeschadet überlebt hätten, zeige sich erst, wenn sie in der Erde wieder gut anwüchsen. Sollte dies nicht der Fall sein, würden der IG der Schaden eins zu eins ersetzt. Die Pflanzen, die bereits während der Lagerung eingegangen seien, würden sofort ersetzt. „Auf keinen Fall soll der Eindruck erweckt werden, dass der Einsatz der IG nicht hoch genug eingeschätzt werde”, sagt Rita Klösges vom Presseamt der Stadt.
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