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Ein Kombi-Paket für 371 neue U3-Plätze

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der Mix solls machen. Mit einem gewaltigen Kraftakt will die schwarz-grüne Ratsmehrheit den ab Sommer 2013 geltenden Rechtsanspruch erfüllen und für 35 Prozent der Kinder zwischen einem und drei Jahren einen Betreuungsplatz einrichten.

An dieser Zielmarke fehlen nach Berechnungen der Verwaltung derzeit 371 U3-Plätze. In knapp anderthalb Jahren sollen sie vorhanden sein. Dafür will Schwarz-Grün Kindertagesstätten umbauen und erweitern, Betreuungsplätze für ältere Kinder umwandeln und den Einsatz von Tagesmüttern deutlich ausweiten. Die freien Kita-Träger sollen ebenfalls U3-Plätze beisteuern. Ganz neu in Aachen werden Gruppen nach dem Konzept „Lena” („Lernen und Erziehen nutzt allen”) sein, Großtagespflegestellen für bis zu neun Kinder. Außerdem sollen drei ganz neue Kindertagesstätten gebaut werden. Denn selbst mit einer Versorgungsquote von 35 Prozent, da ist man in den Reihen von CDU und Grünen sicher, wird man auch künftig der Nachfrage nach U3-Betreuung nicht gerecht werden können.

Am heutigen Dienstag soll der Kinder- und Jugendausschuss das Kombi-Paket auf den Weg bringen. Insgesamt, so erläuterten die Jugendpolitikerinnen Ruth Wilms (CDU) und Hilde Scheidt (Grüne) nach Beratungen im Koalitionsausschuss, werde man allein für die Investitionen bis zum Jahr 2015 grob geschätzt an die 14 Millionen Euro in die Hand nehmen müssen. Das gehe nur durch Umschichtungen im Haushalt. Wo abgezwackt werden soll, muss in den Haushaltsberatungen aber noch ausdiskutiert werden.

Mit Blick auf den künftigen Rechtsanspruch sei es ganz wichtig, beim Kita-Ausbau aus der Dampflok einen Schnellzug zu machen, erklärte Hilde Scheidt. Und die Planung, betont Ruth Wilms, sei so konkret, dass bis 2013 die notwendige Zahl an U3-Plätzen vorhanden sein werde. Ein dickes Lob gab es für die Verwaltung. Jugendamt und Gebäudemanagement hätten in kurzer Zeit die Grundlage für das Paket gelegt, über das heute politisch entschieden werden soll. Und die Jugendpolitikerinnen sind zuversichtlich, dass auch die anderen Fraktionen und die Vertreter der freien Träger das Paket unterstützen werden.

Besonders charmant findet Hilde Scheidt die Flexibilität des Bündels an Maßnahmen, das jetzt geschnürt werden soll: „Das Paket hat noch jede Menge Möglichkeiten.” „Und wir sind offen für alle möglichen Lösungen”, betont Ruth Wilms.

Hinter der Idee mit den „Lena-Gruppen” verbirgt sich ein Betreuungsmodell, das in Mönchengladbach bereits umgesetzt wird. Bis zu neun Kinder werden in einer Großtagespflegestelle betreut, in der Regel eng vernetzt mit einer Kita. Das Jugendamt schlägt für Aachen eine Betreuung jeweils durch eine Fachkraft und eine Ergänzungskraft vor. Als „Notlösung” will Hilde Scheidt die Lena-Gruppen nicht verstanden wissen, eher als „pfiffiges Modell”, das man durchaus testen sollte.

Selbst wenn der ab 2013 gesetzlich verankerte Rechtsanspruch auf einen U3-Platz doch wieder gekippt werden sollte: In Aachen werde man an der 35-Prozent-Marke festhalten, versichern Wilms und Scheidt: „Das ist fester Wille von Schwarz-Grün.” Allerdings erhofft man sich künftig mehr Geld von Bund und Land - etwa für die Kita-Betriebskosten.

Bei allem Optimismus wollen die Jugendpolitikerinnen eine Sorge aber nicht verhehlen: Das ist die bange Frage, ob für all die neuen Betreuungsplätze überhaupt genug qualifiziertes Personal zu bekommen sein wird.

Durch Neu- und Umbauten will Schwarz-Grün in den nächsten Jahren zusätzliche U3-Plätze schaffen. So sollen an der Passstraße zwei bestehende Kitas in einem Neubau zusammengelegt werden. Ein Neubau ist auch an Kalverbenden geplant. Die (sehr marode) Kita am Nerscheider Weg in Schleckheim soll neu gebaut und erweitert werden. Ein Neubau an der Eintrachtstraße soll, wie berichtet, über einen Investor verwirklicht werden.

An- und Umbauten sind für die Kitas Düppelstraße und Bergstraße vorgesehen, konkret geplant für die Einrichtungen Philipp-Neri-Weg 4-6 und Philipp-Neri-Weg 11 sowie für die Lindenstraße.

In der Kindertagspflege sollen 100 neue Plätze geschaffen werden. In fünf Großtagespflegestätten (Lena-Gruppen) könnten 45 Kinder betreut werden. Durch Umwandlungen können zeitnah deutlich über 100 neue U3-Plätze eingerichtet werden.

Auch die freien Träger haben signalisiert, dass sie Betreuungsplätze beisteuern können.
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