Aachen - Ein klares Ja zur Windkraft

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Ein klares Ja zur Windkraft

Von: Gerald Eimer
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Erfreuliche Aussicht in Sachen alternative Energie oder ökologisch zweifelhafte Kulisse? Die Pläne zur Errichtung eines Windparks an der Himmelsleiter werden ebenso vehement abgelehnt, wie ihre Fürsprecher sich dafür verwenden. Montage: Horst Thomas

Aachen. Allen Protesten in Roetgen und im Aachener Süden zum Trotz lassen CDU und Grüne keinen Zweifel daran, an ihren Windkraftplänen festhalten zu wollen. Die Fraktionsspitzen Harald Baal (CDU) und Michael Rau (Grüne) erklärten am Donnerstag zugleich, dass sie sich eine Versachlichung der Diskussion wünschen.

Die Standortfrage für neue Windräder wird einer gemeinsamen Presseerklärung zufolge jedoch nicht vor Mai 2012 entschieden.

Wie berichtet, ist die Aufregung in Roetgen und Walheim jedoch schon jetzt groß. So hat sich bereits eine Bürgerinitiative „Kein Windpark im Münsterwald” gegründet, die einen möglichen Aufbau der gut 130 Meter hohen Windräder entlang der Himmelsleiter verhindern will. Für kommenden Dienstag, 22. Februar, 19 Uhr, lädt sie ins Pfarrheim Schmithof ein. Unterstützung erhielt die Initiative auch von den Freien Wählern in Roetgen, die den Windpark als „ökologisches Desaster erster Güte” bezeichnen.

Breite Unterstützung

Derweil sieht sich Schwarz-Grün mit dem geplanten Ausbau der Windenergie auf dem richtigen Weg. Rückendeckung gibt auch eine Umfrage zur letzten Kommunalwahl, in der sich 64 Prozent der Aachener für den Ausbau von erneuerbaren Energien ausgesprochen haben. Auch Naturschutzverbände unterstützen den Windkraft-Ausbau. Als besonders geeignet werden ausdrücklich Standorte im Aachener Norden (Laurensberg und Richterich) und im Aachener Süden (Münsterwald) genannt. Bei den aktuellen Untersuchungen stehen Belästigungen durch Lärm und Schlagschatten sowie die Belange des Naturschutzes im Mittelpunkt.

Bis zu 14 Windräder der neuesten Generation sollen errichtet werden, die den durchschnittlichen Jahresbedarf von etwa 56.000 Menschen decken. Das ist knapp ein Viertel der Aachener Bevölkerung.

Laut Baal werde die Entscheidung über den Standort erst im Frühjahr nächsten Jahres fallen. Er fügt hinzu: „Um es aber auch ganz klar zu sagen: Die Standorte, bei denen Prüfverfahren und Gutachten positiv ausfallen und die für Windräder geeignet sind, werden realisiert.”

„Sorgfältig abwägen”

Zu den Protesten in Roetgen und im Aachener Süden sagt sein Koalitionspartner Rau, dass CDU und Grüne die „Bedenken und Ängste der Menschen sehr ernst” nehmen und einen möglichen Eingriff in das Landschaftsbild und in die Natur „sorgfältig abwägen” wollen. Er betont zugleich: „Die sehr populistische Aussage, dass der gesamte Münsterwald bei einer Entscheidung für diesen Standort abgeholzt werden müsste, ist falsch. Lediglich zwei bis drei Prozent des Baumbestandes müsste den Windrädern weichen.”

Die Wege für den Aufbau der Windkraftanlagen seien bereits vorhanden. Von der Zerstörung eines Naherholungsgebietes könne keine Rede sein. Zudem sei die Belastung für Menschen durch Windräder im Wald - weit entfernt von Wohnbebauung - am geringsten. So sieht es übrigens auch die Aachener SPD.
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