Ein Kindergarten protestiert gegen Raser

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Gegen schnelles Autofahren vor
Gegen schnelles Autofahren vor ihrem Kindergarten: Kinder aus Kornelimüster mahnen zur Besonnenheit. Foto: Guido Jansen

Aachen. Diese Lektion haben die Autofahrer gelernt. „Laaaaagsaaaaam”, haben 25 Kinder aus dem Montessori-Kinderhaus in Kornelimüster immer dann gerufen, wenn ein Auto an ihrer Einrichtung vorbei gefahren ist. Am Donnerstagmorgen ist kein Autofahrer zu schnell durch den Gangolfsweg gefahren.

Auf beiden Seiten der Straße standen die Kinder und riefen laut. Oder sie schwenkten die eigens entworfenen Schilder. „Aufpassen. Hier ist ein Kindergarten. Bitte langsam fahren”, stand da zu lesen. Ein anderes Schild haben die Kindern den Autofahrern in Erinnerung gerufen. Nämlich am Eingang der Straße, auf dem steht, dass vor dem Kindergartern höchstens Tempo 30 erlaubt ist.

„Viele fahren hier zu schnell”, berichtete Leiterin Sonja Azziyani. Dafür gebe es mehrere Gründe. Zum einen ist der Kindergarten von der Straße aus nur schwer zu erknnen. „Viele Leute wissen gar nicht, dass hier ein Kindergarten liegt”, berichtete die Leiterin. Und die Schilder, die das Tempolimit anzeigen, reichen offenbar nicht aus. „Wir hatten hier schon die eine oder andere Vollbremsung”, so Azziyani. Passiert sei glücklicherweise noch nichts. „Und so weit wollen wir es auch nicht kommen lassen”, begründete die Leiterin die Aktion am frühen morgen.

Von 7.45 Uhr bis 8.15 Uhr haben Kinder und Eltern am Straßenrand gestanden. Denn dann ist Raser-Zeit am Gangolfsweg. Besonders zügig unterwegs seien die Schüler des Inda-Gymnasiums, die auf den letzten Drücker per Auto angerauscht kommen. Entweder, werden sie von ihren Eltzern kutschiert, oder sie sitzen als Fahranfänger selbst am Steuer. „Das ist hier ein Problem”, sagte Azziyani. Denn genau dann, wenn die Autos zügig unterwegs sind, werden auch die meisten Kinder in die Einrichtung gebracht. Eine zusätzliche Gefahrenquelle sind die Autos der Anwohner, die am Straßenrand parken. Sie verhindern möglicherweise, dass Kinder und Autofahrer sich gegenseitig frühzeitig bemerken. „Wir versuchen natürlich auch, unsere Kinder auf den Straßenverkehr vorzubereiten. Ein Verkehrspolizist war bei uns zu Gast”, so die Leiterin. Die Verkehrsregeln gelten im übrigen auch auf dem Kindergarten-Grundstück. Viele Kinder kommen mit dem Fahrrad. Auf dem Grundstück haben die Erzieher eine Einbahnstraße für Fahrräder eingeführt. Und schnelles Fahren ist ebenfalls Tabu.

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