Aachen - Ein Heiratsantrag vor 1100 jecken Zeugen

Ein Heiratsantrag vor 1100 jecken Zeugen

Von: Jan Mönch
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Die Jonge vajjen Beverau gehören zu den Stammgästen, wenn die Aachener Bäcker zu Ball und Sitzung ins Eurogress einladen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Den stürmischsten Applaus des Abends heimste einer ein, der nicht im Programmheft geführt wurde. Einen jungen Bäckersspross mit Vornamen Thimo rief Michael Nobis am späten Samstagabend zu sich auf die Bühne, begleitet von dem Versprechen: „Er hat heiße Füße.”

Kein Wunder, denn vor einem prallgefüllten Europasaal im Eurogress hielt Thimo höchst öffentlich um die Hand seiner Patrizia an. Die Angebetete sagte „Ja” - was blieb ihr vor der Kulisse, die Aachens Bäcker einmal mehr auf die Beine gestellt haben, auch anderes übrig? Zeugen waren nicht weniger als 1100 Zuschauer der Sitzung, die parallel zum Bäckerball in Brüssel-Saal und Foyer mit abermals 1500 Gästen über die Bühne ging.

Diese wiederum wurde auch bei der 59. Auflage des Spektakels mit allerhand karnevalistischer Lokalprominenz gefüllt, Josef, Jupp & Jüppchen etwa, außerdem Stimmungsgaranten wie Heini Mercks, Dirk von Pezold und den Jonge vajjen Beverau. „Ich untertreibe, wenn ich sage, dass der Kartenverkauf wieder sehr gut lief”, beteuert Josef Drouven.

Das glaubt man dem Elferrat gern. Schließlich gehört die Zusammenkunft der Aachener Bäcker bei vielen Jecken zum Karneval dazu wie das Salz auf die am Eingang verteilten Laugenbrezeln.

Puffel und Strick fehlen

Vermisst werden hingegen der Puffel und der Strick - ein Stück, dass die mit sehr unterschiedlichem Körpergewicht gesegneten Josef Drouven und Heinz Klein sonst zum Besten gaben, sich in diesem Jahr jedoch gespart haben. „Wir sind nur die Feuerwehr, falls eine Nummer ausfällt”, sagt Drouven - die Bescheidenheit ehrt ihn, ein wenig schade um die sympathische Nummer ist es trotzdem.

Stammgäste auf der Bühne sind längst schon die genannten Programmpunkte, außerdem natürlich die jeweilige Tollität mit ihrem Gefolge. Zudem gehörten auch die Friends of Fantasy, die mit ihrer witzigen und spektakulären Schautanznummer auftrumpfen, zum Programm der Bäcker einfach dazu.

„Wir konzentrieren uns natürlich auf Aachener Nummern”, so Josef Drouven. „Bei Gästen aus Köln ist es uns schon passiert, dass die Stimmung gekippt ist. Die Leute wollen eben Lieder hören, die sie mitsingen können.”

Eine Feststellung, die ganz sicher nicht für die Ehrengarde der fernen Domstadt gilt, ebenso wenig wenig für die Tanzgruppe Fauth, die den meisten Zuschauern bis Samstag kein Begriff war. Einziger Durchhänger bleibt Monsieur Malheur, der getreu seinem Künstlernamen einen verhinderten Pianisten mit schrottreifem Instrument mimt.

An sich mag die Nummer zwar nicht übel sein, um die nachlassende Aufmerksamkeit gegen Ende des Abends noch einmal Richtung Bühne zu ziehen, reicht sie jedoch nicht - zu Stammgästen werden Monsieur Malheur und Assistentin Lisa wohl eher nicht. Vielleicht werden ja stattdessen wieder der Puffel und der Strick ins Programm genommen.
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