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Ein Haus für die Schule, ein Platz für Aachen

Von: Margot Gasper
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Grundsteinlegung: Unter den prüfenden Blicken etlicher Schulkinder hantieren Oberbürgermeister Marcel Philipp, Schulleiter Stefan Menzel, Schuldezernent Wolfgang Rombey und Planungsdezernentin Gisela Nacken (von rechts) mit Maurerkellen und Beton.

Aachen. „Fertigstellung heute in einem Jahr.” Mit diesem Wunschtermin im Blick griff Oberbürgermeister Marcel Philipp am Donnerstag beherzt zur Maurerkelle. „Hinter Brot Schneider”, wie die Aachener sagen, wurde hochoffiziell der Grundstein gelegt für den Erweiterungsbau des Gymnasiums St. Leonhard.

Das dreigeschossige Gebäude wird unter anderem die dringend benötigte Mensa des Ganztagsgymnasiums beherbergen, außerdem Fachräume für Physik sowie Spiel-, Musik- und Aufenthaltsräume. „Hier in der Innenstadt rücken wir das Thema Bildung in den Mittelpunkt”, erklärte Marcel Philipp. Und das sei wichtig, auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. „Investitionen in Bildung versprechen Rendite.”

4,5 Millionen Euro

Auf dem ehemaligen Parkplatz an der Jesuitenstraße entsteht aber nicht nur ein neues Haus. Die Aachener bekommen dort auch einen ganz neuen innerstädtischen Platz. Die Gesamtkosten des Ensembles sind nach aktuellen Schätzungen auf rund 4,5 Millionen Euro veranschlagt, rund 700.000 Euro davon entfallen auf die Platzgestaltung und die notwendige Verlegung der Prinzenhofstraße.

Der dreigeschossige Neubau wird komplett barrierefrei sein. Auch der energetische Anspruch kann sich sehen lassen. Das Haus wird nahezu Passivhaus-Standard haben und mit wenig Primärenergie auskommen. An innovativen Werkstoffen wird unter anderem textilbewehrter Beton an Teilen der Fassade verbaut.

Der kleinen Feierstunde auf der Baustelle waren in den vergangenen Monaten bereits umfangreiche Erdarbeiten vorausgegangen. Auch Stadtarchäologe Andreas Schaub und sein Team hatten sich durchs Erdreich gewühlt und allerhand Historisches gefunden - Relikte aus der Römerzeit wie aus dem Mittelalter.

Nun aber soll an der Jesuitenstraße möglichst schnell der Rohbau in die Höhe wachsen. Darauf freuen sich auch die Planer vom Büro „pbs architekten Gerlach Krings Böhning”. Die Aachener hatten mit ihrem Entwurf den europaweiten Wettbewerb zu dem Projekt gewonnen. Architekt Reinhard Gerlach, geschäftsführender Gesellschafter bei „pbs”, verweist besonders auf die moderne Glasfassade nach Norden hin. Darin soll sich die markante Fassade der Kirche St. Michael spiegeln und so eine besondere Verbindung zwischen alter Bebauung, Neubau und dem Platz schaffen.

Wie es guter Brauch ist, wurde für die Grundsteinlegung zunächst eine Metallkapsel gefüllt. Gemeinsam mit Stefan Menzel, dem Schulleiter von St. Leonhard, mit Planungsdezernentin Gisela Nacken und Schuldezernent Wolfgang Rombey packte der OB allerhand Erinnerungsstücke mit Symbolwert hinein: unter anderem einen Bauplan, ein deutsch-französisches Schulwörterbuch als Hinweis auf den bilingualen Zweig des Gymnasiums, ein Holzlineal, ein Stück Kreide - und eine aktuelle Ausgabe der „Aachener Nachrichten”. In reichlich Beton wurde dann der Grundstein mit der Jahreszahl festgeklopft.

„Für uns ist heute ein wundervoller Tag”, freute sich Stefan Menzel. Der Schulleiter setzt auf einen zügigen Baufortschritt. „Und wir hoffen, dass die Mensa auf jeden Fall bis zur Einschulung im nächsten Sommer fertig ist.” Die provisorische Mittagsverpflegung durch das Sozialwerk Aachener Christen in der Rosfabrik funktioniere zwar prima. Allerdings stehen dort nur 70 bis 80 Plätze zur Verfügung - für eine Ganztagsschule auf Dauer zu wenig. „Wir sehen der Fertigstellung des Gebäudes mit Freude entgegen.”

Zwölf rote Thronen

Der neue Stadtplatz vor dem Schulgebäude werde wohl bis zum nächsten Sommer nicht fertig sein, schätzt Architekt Stephan Reckter („pbs”). Die Gestaltung der Freiflächen für den Entwurf hatte das Düsseldorfer Büro „GTL Landschaftsarchitekten” beigesteuert. Besonderer Blickfang sollen zwölf purpurrote Thronen sein. Dann können Aachener und Aachen-Besucher den neuen Platz auch im Sitzen genießen.

Zur Grundsteinlegung schaute auch ein Ehemaliger noch einmal in St. Leonhard vorbei. Der frühere Schulleiter Günther Dick hatte seinerzeit den dringenden Platzbedarf seiner Schule angemeldet und so das Großprojekt „hinter Brot Schneider” angestoßen.
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