Aachen - Ein Haufen Ideen für das Bahnhofsviertel

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Ein Haufen Ideen für das Bahnhofsviertel

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Im Mittelpunkt einer dreistündigen Info- und Diskussionsveranstaltung: Probleme im und rund um das Bahnhofsviertel. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Von der Aachener-Münchener-Treppe bis hoch zur Wallstraße, dann weiter zum Verkehrschaos an der Burtscheider Brücke und dem Zustand des seit einiger Zeit unselig aufschwimmenden Banhofvorplatz: Das Viertel rund um den Aachener Hauptbahnhof, hat eine Menge Probleme.

Auch die verkehrliche Situation zwischen Drei-Räuber-Eck und dem Aureliusviertel ist alles andere als zufriedenstellend.

So war eine gemeinsam von der Bürgerinitiative Bahnhofplatz e.V. mit ihrem Vorsitzenden Harald von Reis und der Stadt (Martin Fauck) organisierte Bürgerinfomation zum Thema vorbereitet worden. Etwa 50 engagierte Anwohner und Interessierte kamen und diskutierten knapp drei Stunden die zahlreichen Probleme.

Der in dem Kampf um den Ausbau der Bahnhofstraße gestählte Chef der Initiative von Reis gab mit dem städtischen Vertreter einen Überblick über die Problemfelder, aber auch über bereits geleistete Umbaumaßnahmen.

In solchen Veranstaltungen stehen meist die kritischen Anmerkungen im Vordergrund, die allerdings diesmal des Öfteren auch zu brauchbaren Anregungen für die Verwaltung führten.

Etwa beim Thema Verkehr. Auf Unverständnis stieß die geplante weitergehende Verengung der Einfahrt in die Wallstraße direkt neben dem Marschiertor. Ein lebensgefährlicher Rückstau auf die Lagerhausstraße durch Abbieger sei zu erwarten.

Auch das Linksabbiegeverbot an der Einmündung der Bahnhofstraße stieß auf viel Widerstand, die Bürger im Aureliusviertel und rund um den Marienplatz bemängeln, dass die einzige Möglichkeit, aus dem Viertel in Richtung Osten und Süden herauszukommen, nur über die Theaterstraße möglich ist.

Linksabbiegen erlauben

Da kam der Vorschlag, die Einfahrt in die Wallstraße am Marschiertor zur Einbahnstraße zu machen, die Enge für den Gegenverkehr falle dann weg. Dafür könne man am Bahnhofplatz endlich das Linksabbiegen erlauben, die Ampelschaltung lasse das sowieso zu.

Hier gab es keine Gegenwehr von der Verwaltung, die durch Regina Poth vertreten war. Poth hatte zuvor die Verengung der Wallstraße so vehement verteidigt, dass der Gastronom Dirk Deutz ihr erregt entgegenschleuderte: „Das ist kriminell. Sie stellen einen Unfallbrennpunkt her!”

Auch Investor Gerd Sauren und der Immobilienkaufmann Dirk Courté, die beide mit ihrem Geschäftssitz im Viertel ansässig sind, mischten sich immer wieder ein. So ist nicht nur für Sauren das Baustellenmanagement eine „reine Katastrophe”. Allerdings, versicherte Fauck, werde alsbald mit einer aktuellen Übersicht auf der Webseite der Stadt für mehr aktuelle Information gesorgt.

Heftig erregte die Gemüter die Situation rund um den und unter dem neuen Bahnhofvorplatz. Die kaputten Graniteinfassungen und Leuchtbänder sowie das Aufschwimmen der riesigen Betonplatte seien Fälle für die Gewährleistung durch die Planer und ausführenden Firmen, war die Meinung der Bürger: „Das hat 2,6 Millionen gekostet und wie sieht das heute aus.”

Insbesondere die Fehlplanung am Rondell an der Bahnhofstraße führe zu einem „Schmutzloch”. „Man hat uns gesagt, hier soll Gastronomie hin. Jetzt sitzen dort nur Alkoholiker herum”, zürnte man.

Auch die langen Bänke direkt vor dem Bahnhof kamen in die Kritik, die nicht überdachte Taxivorfahrt wie auch die fehlende Vorfahrtszonen für Pkw wollen die Bürger nicht länger hinnehmen. Das sei in Aachen provinziell gelöst, einer Viertelmillionenstadt mit dem Anspruch, einen internationalen Forschungscampus zu bauen nicht würdig. Auch der Schmutz und Unrat auf dem Platz mache keinen guten Eindruck, die verdreckten Ecken seien überall.

Laut Fauck trägt die Bahn besonders für die Zustände an der Zollamtstraße ein gerüttelt Maß Mitschuld: Ein Vorschlag von Deutz: Auf der Zollamtstraße sollen für die Zeit der Boxgrabenerneuerung sechs Parkplätze wegfallen, die jetzt erheblich den Umfahrungsverkehr behindern.

Beim Thema ICE-Halt waren sich alle einig, er muss her. „Das hier war ein Anfang”, zog Reis ein positives Fazit. Am besten sei ein Planungscafé, in dem die Bürger ihre Vorschläge und Kommentare anbringen könnten.
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