Ein harmloses Interview wird zum riskanten Spiel

Von: Grit Schorn
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Täuschen und Tricksen: Mona Creutzer als Unternehmerin Evelyn Schönfeld (l.) und Eva Weißenböck als Journalistin. Foto: Harald Krömer

Aachen. Lange hat sie nach einem Stück für zwei Frauen gesucht. Konfliktreich, wahr und heutig sollte es sein – und natürlich interessant. „Das war gar nicht so einfach“, erzählt Mona Creutzer im Theater K. Wunderbarerweise gibt es aber gute Texte, die noch ihren Weg zur Bühne suchen. So stieß sie auf das Stück „Was wahr war“ von Michael Engler, das sich als „spannend, fast wie ein Krimi“ erwies.

In Osnabrück geboren, lebt der Autor inzwischen seit vielen Jahren in Düsseldorf – „als Rheinländer aus Passion“.

So kommt jetzt mit „Was wahr ist“ eine Uraufführung ins Theater K, der Autor wird dann, am 15. November, anwesend sein. Seine Vielseitigkeit hat er schon längst bewiesen, zum Beispiel als Kinder- und Jugendbuchautor, als Grafik-Designer, Comiczeichner oder Hörspielautor. Das psychologische Porträt zweier Frauen wird von Mona Creutzer und Eva Weißenböck mit scharfem Griffel gezeichnet.

Creutzer spielt die erfolgreiche Unternehmerin Evelyn Schönfeld, Weißenböck die neugierige Journalistin Simone Wiegand, die bei ihren Recherchen auf eine interessante Spur trifft. Es scheint eine brisante Geschichte zu sein, die zwar 20 Jahre zurückliegt, aber für die Journalistin könnte sie die „ganz große Story“ werden.

Das anfänglich harmlose Interview wird zur versteckten „Befragung“, zu einem riskanten Spiel mit gebrochenem Vertrauen und listiger Täuschung. Kann man überhaupt den Stab über jemanden brechen, der etwas in seiner Jugend getan hat, was er heute als reifer Mensch niemals tun würde? „Das Stück ist schnell und direkt“, weiß Mona Creutzer, „da hört man keine Kunstsprache“. „Ein fein gewebtes Netz“ werfe die Journalistin aus, sagt Eva Weißenböck über ihre Rolle.

Und dem Autor Engler gefällt das „Täuschen und Tricksen“ im Stück richtig gut. Engler kam auf die Idee zu seinem Stück angesichts der „Schlüsselloch-Journalistik“ im Falle Wulff, die zur „Hexenjagd“ ausartete. Er wollte „Aktualität“, ein Roman hätte zu lange gedauert. Das „Geheimnis“ zu knacken scheint in dem Stück wichtiger als moralische Zweifel. „Das Bühnenbild wird vieles eröffnen“, versprechen die Macher im Theater K. Die übrigens rücksichtsvoll sind: „Zum Durchatmen wird es eine Pause geben - vor dem Countdown“.

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