Aachen - Ein Happen Karlswurst und dann der Blick vom Granusturm

Ein Happen Karlswurst und dann der Blick vom Granusturm

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
Hier kommen Besucher normalerw
Hier kommen Besucher normalerweise nicht rein: Gegen einen Obolus von 15 Euro für die Äthiopienhilfe konnte am Sonntag der Granusturm des Rathauses besichtigt werden. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Das Rezept ist zwar schon 1200 Jahre alt, aber eine so lange Karlswurst wie am gestrigen Sonntag hat es noch nie gegeben: 38 Meter Wurst an einem Stück hatte die Fleischerinnung vor dem Rathaus drapiert, um ihren ganz eigenen Beitrag zur Städtewette zu leisten.

„Wir wollen dabei helfen, dass in Äthiopien eine ganze Schule aus den Aachener Spendengeldern gebaut werden kann”, sagte Robert Wolf, Fleischer in Aachen und Mitglied der Fleischerinnung. 120.000 Euro wären dafür notwendig, 106.000 sind bislang zusammengekommen, verriet OB Marcel Phillip. Bleibt anzuwarten, welchen Erlös die Aktion rund ums Rathaus einbringen wird.

Schon um 11 Uhr morgens kamen die ersten hungrigen Besucher und ließen sich die Mettwurst nach altem Rezept schmecken. Groß war der Andrang zwar nicht, aber trotzdem laufe der Verkauf ganz gut, erzählte eine freundliche Verkäuferin gegen Mittag. Da ahnte allerdings noch keiner, dass es später wie aus Kübeln regnen würde. Was natürlich auch Einfluss hatte auf das Interesse an der Karlswurst.

Festes Schuhwerk und ein Obolus

Morgens hatten die Aachener dagegen noch reichlich Gelegenheit, den Tag der offenen Tür im Rathaus zu genießen. Besonderes Highlight waren dabei die Führungen durch den Granusturm, dessen Türen normalerweise verschlossen bleiben. Festes Schuhwerk und ein Obolus von 15 Euro für die Äthiopienhilfe waren dabei Pflicht. Und dann stapften die Besucher vorsichtig die unebenen Stufen des karolingischen Bauwerks hoch und ließen sich zum Beispiel von Alexander Lohe, persönlicher Referent des Oberbürgermeisters, die Besonderheiten des Turms aus dem Jahr 798 erklären.

Dass es zur Zeit der Karolinger noch keine genormten Maße im Bauwesen gab, bekamen die Besucher beim mühsamen Treppensteigen gleich am eigenen Leib zu spüren. Doch obwohl man damals von Statik nicht viel wusste, habe das Gebäude die Jahrhunderte nahezu unbeschadet überstanden, erklärte Lohe. Ob der Turm ein Wohnturm war, ein Wehrturm oder gar als Treppenhaus für die Emporen und Tribünen des damaligen Rathauses dienten, sei bis heute ungeklärt.

Herrlicher Blick auf die Stadt

Willig stiegen die Besucher die insgesamt vier Stockwerke des Turmes hinauf, um durch das ein oder andere Fenster den herrlichen Ausblick auf die Stadt zu genießen, die Klostergewölbe der einzelnen Räume zu bewundern und sich die intelligente Lichtführung erklären zu lassen, die trotz zum Teil winziger Fenster dafür sorgte, das Innere des Turms zu erleuchten. Eine Stunde sollte die Führung dauern, doch gegen eine zusätzliche Spende war Lohe gern bereit, sie noch ein bisschen auszudehnen.

Spendenfreudig zeigte sich am Tag der offenen Tür auch das Islamische Zentrum mit der Bilal-Moschee. Vorstandsmitglied Aiman El-Attar überreichte dem Oberbürgermeister in Beleitung verschiedener, dem Zentrum nahestehender Gruppen, einen Scheck über 1500 Euro.

Ob die Spendenfreude der Aachener am der Tag der offenen Tür ausreicht, um die angestrebten 120.000 Euro zu erreichen, bleibt abzuwarten. Das Gewitter jedenfalls ist dabei sicherlich nicht sehr hilfreich gewesen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert