Aachen - Ein ganzes Dorf aus Papier entsteht in nur 72 Stunden

Ein ganzes Dorf aus Papier entsteht in nur 72 Stunden

Von: Nils Heinichen
Letzte Aktualisierung:
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30 FH-Studenten haben noch bis Mittwoch an den „Paperhomes“ gearbeitet, heute soll das Papierdorf fertig sein. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein ganzes kleines Dorf, hergestellt komplett aus Papier – das ist das Ziel von 30 Studenten der Fachhochschule (FH) Aachen. In einem dreitägigen Workshop der Studiengänge Produktdesign und Kommunikationsdesign entwickeln die Jung-Akademiker mit Hilfe ihrer Dozenten sogenannte „Paperhomes“.

Mit mehr als 450 Quadratmetern Papier wollen sie innerhalb von nur 72 Stunden zahlreiche verschiedene Häuser bauen, die zusammen eine kleine Stadt bilden sollen. In manche Häuser soll man später sogar hineingehen können.

„Das Besondere an dem Workshop ist, dass hier Studenten aus verschiedenen Fächern und verschiedenen Semestern zusammenarbeiten“, erklärt Professor Karel Boonzaaijer. „Es sind sowohl Studenten aus dem ersten Semester dabei als auch aus dem siebten. Alle arbeiten gemeinsam und haben sehr viel Freude. Das ist das Schöne“, ergänzt er.

Tag und Nacht stecken die Studenten und Dozenten ihre volle Energie in das Projekt. Hand in Hand wird in fünf verschiedenen Gruppen gearbeitet. Die einen kümmern sich um den Außenbau, eine andere Gruppe um den Innenausbau. Eine Pause wollen sich die Wenigsten gönnen. Koffeinhaltige Getränke müssen für ein paar Tage fehlende Stunden Schlaf kompensieren. Morgens wird gemeinsam gefrühstückt. Zwischendurch gibt es einen Snack. Die Turbinenhalle am Boxgraben ist für drei Tage zur Multifunktionshalle geworden.

Voneinander lernen

„Es geht auch um das Miteinander, um den Spaß und darum, voneinander zu lernen“, sagt Caroline Hofman, Dozentin für Kommunikations- und Produktdesign. „Es ist zwar sehr anstrengend, gibt aber auch unheimlich viel Energie“, fügt sie hinzu.

Die Nachfrage nach dem einzigartigen Workshop war riesig. Eigentlich sollten nur 15 Studierende für das Projekt zugelassen werden. Letztlich durften aber alle mitmachen. „Der Workshop ist sehr wichtig. Hier werden ganz neue Denkweisen entwickelt. Gestalter und Designer sind eigentlich Egoisten. Man muss aber auch mal den Mut haben zu sagen: Deine Idee ist besser als meine“, sagt Boonzaaijer. „Wir wollen die Studenten dazu motivieren und ermuntern“, so der Professor.

Gestern wurde noch lange am Boxgraben gewerkelt. Die fertigen Objekte können am heutigen Donnerstag, 31. Oktober, zwischen 12 und 16 Uhr besichtigt werden. Weggeschmissen wird anschließend nichts: Das Papier soll weiterverwendet werden.

Parallel zu den „Paperhomes“ lief ein weiterer Workshop der FH. Dort beschäftigten sich Studenten mit der Wiederverwertung alter Gegenstände. Aufgrund des großen Erfolgs der beiden Workshops sollen in Zukunft weitere spannende Projekte folgen. „Wir wollen aber betonen, dass die Realisierung nur durch viel Unterstützung, auch finanzieller Art, möglich war“, sagt Boonzaaijer.

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