Ein ganzer Saal voll kultureller Vielfalt

Von: Nadine Preller
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Gehört zum Tag der Integration dazu: das interreligiöse Gebet, das Vertreter verschiedener Religionen gemeinsam sprechen. Foto: R. Roeger

Aachen. Von einer seit Wochen andauernden aufgeheizten Stimmung, von Integrationsdebatten und Wortkrämerei über den Tod von Multi-Kulti ist in der Aula des Pius-Gymnasiums an diesem Abend nichts zu spüren. Der ganze Saal ist voll mit kultureller Vielfalt und gelebtem Miteinander.

Das Programm aus traditionellen Tänzen, Friedensliedern und politischen Blitzlichtern sollte ein Dank sein. „Ein Dank an die 150 Vereine, Institutionen und Unternehmen, die in den vergangenen Jahren maßgeblich den Tag der Integration mitgestaltet haben”, sagt Iris Kreutzer, Integrationsbeauftragte der Stadt.

Neben den Mitwirkenden waren auch Vertreter aus Politik und Gesellschaft gekommen, wie Bürgermeisterin Hilde Scheidt, Gabriele Grünewald, Leiterin der Aachener Ausländerbehörde, sowie Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Der Schirmherr betonte, „auch mal den Blick über das eigene kulturelle Nest hinauszuwagen. Der Gewinn wäre eine neue und spannende Welt.” Josef Els, Schulleiter am Pius-Gymnasium, sagte: „Wir müssen weg von aufgeregten Diskussionen über Integration und hin zu konkretem Tun.”

Und dass dieses Tun manchmal gar nicht so schwer sein muss, beweisen die Mitglieder der serbischen Tanzgruppe Djurdjevak, darunter auch Nicolina (14). Verfolgt habe sie die Debatten über Integration in Funk und Fernsehen schon, sie selbst fühle sich aber hervorragend integriert.

„Wenn wir zum Beispiel Weihnachten erst am 7. Januar feiern, dann wundern sich meine Klassenkameraden schon ein wenig”, erklärt die Gläubige der orthodoxen Kirche. „Aber dann erkläre ich meinen Freunden den Grund, erzähle ein wenig von unseren Traditionen.”

Neugierig sein ist gut

Denn neugierig sein ist für Nicolina nichts Falsches. „Nur unwissend hinter dem Rücken tuscheln ist blöd.” Doch das sei ihr sowieso noch nie passiert, erzählt sie glücklich und verschwindet schnell hinter der Bühne. Schließlich will sie jetzt dem gespannten Publikum ein Stück ihrer Kultur durch die Sprache des Tanzes näher zu bringen.
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