Aachen - „Ein fliehendes Pferd”: Im Grenzlandtheater „Lachen und Gänsehaut” erleben

„Ein fliehendes Pferd”: Im Grenzlandtheater „Lachen und Gänsehaut” erleben

Von: GRIT SCHORN
Letzte Aktualisierung:
Alte Konflikte und sexuelle Ne
Alte Konflikte und sexuelle Neugier: In „Ein fliehendes Pferd” nach Martin Walser entsteht ein explosives Gemisch. Ab Montag ist es im Grenzlandtheater zu sehen. Foto: Kerstin Brandt-Heinrichs

Aachen. „Lachen und Gänsehaut” will das Grenzlandtheater mit der Dramatisierung von Martin Walsers Erzählung „Ein fliehendes Pferd” erzeugen. 1978 entstand die hochkarätige Novelle, die sich bissig-ironisch mit den Tücken von Ehen und Beziehungen auseinandersetzt.

Rustikale Bootshauskulisse

Im Grenzlandtheater wird die Theaterfassung von 1985 gespielt - nach dem Szenario des bekannten Dramaturgen und Intendanten Ulrich Khuon. Gutes Timing für die Aufführung: Im März wurde der berühmte Schriftsteller Martin Walser 85 Jahre alt.

Die Theater-Kostprobe in der rustikalen Bootshauskulisse lenkt den Blick auf das Ehepaar Sabine und Helmut, das dem Besuch von Helmuts „altem Freund” Klaus entgegensieht. Am schönen Bodensee brechen alte Konflikte zwischen den Männern, die sich seit ihrer Jugend kennen, fast wie Urgewalten auf.

Dass Walser ein Meister des geschliffenen Wortes und des hintergründigen Dialogs ist, wird im „Fliehenden Pferd” besonders deutlich. Die „Gewitterstimmung” von Helmut, ausgerüstet mit Strohhut und Kühltasche, nimmt auch seine Frau Sabine mit. Der alljährliche Bodensee-Urlaub droht buchstäblich ins Wasser zu fallen. Zumal der smarte Klaus mit der attraktiven Helene auftritt, die fast zwei Jahrzehnte jünger als er ist?

Die Regisseurin Catharina Fillers, die in Köln ein Jugendtheater leitete und jetzt frei schaffend arbeitet, ist begeistert von dem ungewöhnlichen „Kammerspiel”, das ebenso unterhaltsam wie bitterböse „die Rivalität und Traumatisierung der beiden Männer” offenbart. Neugier, sexuelles Interesse und gegenseitige „Partnerverschiebungen” spitzen die Situation gefährlich zu.

Aktuelle Handlung

Grenzlandtheater-Intendant Uwe Brandt hält das Stück für ein „dickes Theaterbrett”, bei dem vielen Zuschauern „vieles bekannt” vorkommen werde. Auch nach über 30 Jahren sei die Handlung sehr aktuell inklusive Midlife Crisis und vieler schwelenden Fragen. Auch die Frauen im Stück kommen an ihre Grenzen. Und die gemeinsame Segelpartie von Klaus und Helmut steuert auf ein gefährliches Duell zu? Karten gibt es nur noch für weitere Aufführungen:

Das Schauspiel „Ein fliehendes Pferd” von Martin Walser und Ulrich Khuon im Aachener Grenzlandtheater, Friedrich-Wilhelm-Platz 4-6, hat am Montag, 16. April, Premiere. Beginn ist um 20 Uhr. Die Premiere ist ausverkauft, für weitere Vorstellungen gibt es noch Karten.

Das Stück wird bis 18. Mai im Grenzlandtheater gespielt, danach gibt es noch weitere Aufführungen in den Spielstätten der Region.

Karten gibt es telefonisch unter Tel. 0241/4746111 oder aber im Internet unter www.grenzlandtheater.de.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert